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Mit Absage gedroht : Erntedankumzug: Auflagen zur Terrorabwehr nur zwei Tage vor Veranstaltung bekanntgegeben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Organisatoren des Erntedank-Umzugs sind sauer auf die Stadt Pinneberg. Bei einem Gespräch im Juli habe es keinerlei Auflagen hinsichtlich Straßensperren und Sicherheitsbereichen gegeben.

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erstellt am 16.Okt.2017 | 12:45 Uhr

Pinneberg | „Das Wetter war großartig, die Stimmung an der Strecke klasse und das Fest ist bis auf Kleinigkeiten sehr gut gelaufen“, bilanzierte Volker Brammer, Organisator des Erntedankumzugs in Waldenau-Datum, gestern beim Ernte-Dank-Frühschoppen im Gemeinschaftshaus „Alte Schule“. Alle Helfer waren vom Bürgerverein Waldenau-Datum von 1934 zum gemeinsamen Klönschnack eingeladen worden. Silvia Stehr von Suppkultour sorgte für die Verpflegung. „Wir haben im Hintergrund etwa 200 Helferlein, die mitmachen. Viele davon wollen nicht in die Öffentlichkeit, aber wir wollen uns mit der Veranstaltung bei allen bedanken“, sagte Brammer.

Alles Friede, Freude, Eierkuchen in Waldenau-Datum? Mitnichten. Die Organisatoren des Erntedank-Umzugs sind sauer auf die Stadt Pinneberg. Bei einem Gespräch im Juli habe es keinerlei Auflagen hinsichtlich Straßensperren und Sicherheitsbereichen gegeben. „Die kamen am Donnerstag, zwei Tage vor dem Erntedankfest. Wir sollten alles ,terrorsicher‘ absperren“, erinnerte sich Brammer. „Ich war total überrascht.“ Eigentlich wollte der Organisator mit dem Ordnungsamt, der Polizei und dem Kommunalen Service Betrieb (KSP) nur die Strecke abfahren. „Plötzlich ging es nur noch um Absperrungen“, sagte Brammer. „Wir haben den Vorteil, dass wir genug Maschinen zur Verfügung haben, aber zwei Tage vorher auch Leute zur Verfügung zu stellen, war schon eine Herausforderung.“ Im ersten Reflex habe er gesagt, dass er nichts sperren werde.

„Das war nicht hilfreich und das hätten wir uns sparen können. Das Verhalten der Verwaltung war aber auch arrogant. Sie wollten die Veranstaltung einfach absagen“, echauffierte sich Jürgen Hilbers, Vorsitzender des Bürgervereins Waldenau-Datum. „Das war schon sehr unfair. Da fehlte das Augenmaß“, beklagte Brammer. Sonnabendmorgen sei dann alles geregelt gewesen. „Wir hatten erst geplant, alles mit Treckern dichtzumachen, aber die brauchten wir ja im Umzug“, so Brammer. Das Technische Hilfswerk, die Polizei und befreundete Unternehmen halfen aus. Alle Zufahrfsstraßen nach Waldenau-Datum und die Hochbrücke wurden dichtgemacht. Unterstützung von Seiten der Stadt? „Da gab es nichts. Der KSP war ja selbst dabei und hat sofort gesagt, dass es denen zu kurzfristig ist“, erläuterte Hilbers.

Tausende Besucher säumten am 1. Oktober die Strecke durch den Pinneberger Stadtteil.
Tausende Besucher säumten am 1. Oktober die Strecke durch den Pinneberger Stadtteil. Foto: Bastian Fröhlig
 

„In Pinneberg gab es das Wake-up-Pi, das Kinderfest und den Stadtwerkelauf. Da wurde alles dicht gemacht. Da hätte man uns auch sagen können, was man von uns verlangt“, ärgerte sich Brammer. „Notfalls nehmen wir zehn Lkw und machen das Dorf zur Fußgängerzone. Kein Problem“, sagte Jörn Lillie. Auch Brammer ist überzeugt: „Ich bin in der Lage, das ganze Dorf dichtzumachen. Das geht aber nicht in zwei Tagen.“ Daher soll bereits morgen ein Gespräch mit Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) stattfinden. „Wir wollen für das kommende Jahr Klarheit und Planungssicherheit“, forderte Brammer. „Dann ist es im kommenden Jahr kein Problem, alles abzuriegeln.“ Denn beim dann 70. Erntedankumzug möchten die Organisatoren gern auf zusätzlichen Stress und Ärger verzichten. „Zum Geburtstag haben wir einiges geplant, um den Umzug noch attraktiver zu machen, da habe ich keine Lust, zwei Tage vorher wieder Probleme mit dem Ordnungsamt zu haben“, sagte Brammer.

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