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Kreis Pinneberg : Erneute Kritik am S-21-Ausbau-Plan

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgerinitiative Bahnstraße schlägt vor, modernere Züge einzusetzen. Der Bund hat Fördermittel in Höhe von 76,3 Millionen Euro zugesagt.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Statt einer Verlängerung der S-Bahn-Linie S21 auf der bisherigen AKN-Strecke zwischen den Haltestellen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen, schlägt die Bürgerinitiative Bahnstraße aus Ellerau jetzt den Betrieb von neuen Zügen  auf der Strecke vor. „Die AKN sollte für die Linie A1 neue Züge mit moderner Akku-Hybrid-Technik anschaffen, die, anders als die neuen LINT-Züge der AKN, durch  die Hamburger Tunnel passen. Diese Züge könnten dann von Kaltenkirchen bis Eidelstedt per Akku fahren und ab Eidelstedt bis zum Hauptbahnhof an der vorhandenen Stromschiene“, sagte Florian Börner, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative Bahnstraße.

Nach Plänen der Verkehrspolitiker aus Hamburg und Schleswig-Holstein soll die Strecke ab 2020 von der S-Bahn-Linie 21 bedient werden. Um dies zu ermöglichen, müsste an den bislang eingleisigen Abschnitten ein zweites Gleis gebaut werden, zudem wäre der Bau von Strommasten notwendig. Gegen diese Pläne hatte sich im vergangenen August die Bürgerinitiative Bahnstraße formiert, die am Nutzen des S-21-Ausbaus zweifelt.

Ein von den beiden Ländern beauftragtes Gutachten der Firma Intraplan Consult hatte für das Projekt einen Kosten-Nutzen-Wert von 1,12 ermittelt. Und damit um 0,12 Punkte höher als für eine Förderung durch den Bund notwendig ist, denn ein Wert von unter eins stellt einen volkswirtschaftlichen Schaden dar. An diesem Ergebnis hatte die Bürgerinitiative Zweifel und beauftragte im Dezember die Firma Vieregg-Rössler damit, das Gutachten zu analysieren. Im Januar stellte die Bürgerinitiatve die Analyse vor: „Der Wert von 1,12 basiert auf schlichten Rechenfehlern. In Wirklichkeit ist der Kosten-Nutzen-Wert leicht negativ.“ Ihre Forderung lautete, die bisherigen Planungen des Ausbaus sofort zu stoppen.

Die Bürgerinitiative teilte mit, dass die Projekt-Verantwortlichen ihr bis heute keine ausführliche schriftliche Stellungnahme zu der Analyse von Vieregg-Rössler vorgelegt hätten. Es habe zwar unverbindliche Gesprächsangebote gegeben, doch diese habe die Initiatve abgelehnt, da sie nicht unvorbereitet in derartige Gespräche gehen wollte, sagte der Bürgerinitiativen-Vorstizende Markus Spierung. „Wäre die Analyse grundlegend falsch, hätten wir sicher längst eine umfangreiche Stellungnahme erhalten“, sagte er.

Wie die Bürgerinitiatve inzwischen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erfahren hat, hat dieses für das Projekt bereits Fördermittel in Höhe von 76,3 Millionen Euro zugesagt. „Paragraph 3 des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes sieht als Voraussetzung für die Förderung allerdings vor, dass das Projekt dringend erforderlich und wirtschaftlich ist. Beides ist unseres Erachtens nicht erfüllt, sodass die Mittel nicht hätten bewilligt werden dürfen“, sagte Spierung. Die Bürgerinitiative habe sich deswegen inzwischen an die zuständigen Rechnungshöfe gewandt. Diese können die Ministerien aber nur hinweisen, wenn die Projekt-Finanzierung nicht stimmt, stoppen können sie es nicht.

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