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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 10:47 Uhr

Kreis Pinneberg : Erneute Kritik am Kulturpreis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kreispräsident Burkhard Tiemann wehrt sich gegen "ehrverletzende" Vorwürfe: Dirigent Reinhard Petersen sei ein bedeutender Künstler in der Region.

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Die Jury des Kulturpreises des Kreises Pinneberg hat sich erneut harsche Kritik an der Vergabe im Jahr 2013 anhören müssen. Die Bürgerin Dagmar Fliedner wandte sich mit einem Schreiben an die Kulturausschusschefin des Kreistags, Kerstin Seyfert (CDU), und prangerte die Ehrung des 70-jährigen Dirigenten Reinhard Petersen an. Sie wolle „nicht in Abrede stellen, dass Herr Petersen ein ehrbarer Dirigent ist“, doch lebe er erst seit fünf Jahren in Wedel und somit im Kreis Pinneberg und sein Wirken sei Zeit seines Lebens in anderen Bundesländern gewesen.

Sie regt in dem offenen Brief an, Menschen zu würdigen, die in der Region verankert sind und dort auch ihr künstlerisches Leben entfalten, wie Gisela Meyer-Hahn, die ihm Jahr 2010 das Projekt „Pinneberg im Licht“ realisierte und dafür den ersten Bürgerzukunftspreis der Stadt Pinneberg erhielt. Fliedner schrieb: „Dem Kreiskulturpreis wünsche ich, gemeinsam mit vielen Pinneberger Bürgern, dass er durch eine offene, transparente, lebendige und faire Auseinandersetzung und Neubesinnung ein echter Preis für die Anerkennung künstlerischen Schaffens im Kreis Pinneberg wird.

Während sich die Jury des Kreiskulturpreises nicht zu den Vorwürfen äußern wollte, wandte sich gestern Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU) mit einem Schreiben an die Öffentlichkeit – „aus Sorge um das Ansehen des Kreiskulturpreises“. Petersen werde in dem Brief von Fliedner „abqualifiziert als jemand, der außer, dass er in Wedel wohnt, künstlerisch nichts für den Kreis, die Region, getan habe und nicht für dessen Bürger gewirkt habe, ja, hier nicht einmal weiter bekannt sei‘‘.

Vorwürfe sind ehrverletzend

Tiemann sagte dazu: Angesichts der einstimmigen Entscheidung der Jury hält der Kreispräsident diese Äußerung für „absurd“. Petersen wirke weit über den Kreis hinaus und sein künstlerisches Vermächtnis habe Strahlkraft für die ganze Region. „Die Veröffentlichung des Briefes hat dafür gesorgt, dass die künstlerische Leistung Petersens herab gewürdigt und die bevorstehende Kulturpreisverleihung in ein negatives Licht gerückt worden ist.“

Auch den Vorwurf, dass der Preis mittlerweile „substanzlos“ und eine „Spielwiese“ sei, auf der Jury-Mitglied Gerhard Folkerts die „Spielregeln“ bestimme, sei nach Ansicht Tiemanns haltlos und „ehrverletzend“. Der Kreispräsident merkte an, dass es nun wichtig sei, „Folkerts als einen der hochrangigsten Kulturpreisträger der Vergangenheit, der sich auch in der Jury in außerordentlicher Weise verdient gemacht habe, aus der öffentlichen Schusslinie zu nehmen.“

Die Kritik Fliedners war nicht die erste nach dem Bekanntwerden der Preisvergabe an den Dirigenten. Schon während der Sitzung des Kulturausschusses am 8. August mussten sich die Gremiumsmitglieder damit auseinandersetzen, dass der ehemalige Generalmusikdirektor den mit 5000 Euro dotierten Preis am Sonntag, 3. November, in der Drostei verliehen bekommen soll. Unter den Kritikern war unter anderem Ingeborg Triskatis, Vorsitzende des Vereins der Freunde des Regio-Klinikums Pinneberg.

 

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