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Mit Quiz und Lebensmitteltipps : Ernährungsführerschein: Wenn das Klassenzimmer zur Küche wird

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Klasse 3a der Grund- und Gemeinschaftsschule in Pinneberg hat die praktische Prüfung für den Ernährungsführerschein absolviert. Es gibt wohl Schüler, die in der dritten Klasse nicht wissen, wie man ein Messer hält.

Pinneberg | Wie muss ich mich bei Tisch benehmen, wie viel Wasser sollte ich am Tag trinken und wieso ist Vollkornbrot eigentlich gesünder als Weißbrot? Was manche Erwachsene nicht wissen, ist für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Grund- und Gemeinschaftsschule (GuGs) in Pinneberg jetzt kein Problem mehr. Gestern haben sie die praktische Prüfung für den Ernährungsführerschein absolviert.

 

Seit Anfang des Jahres haben die insgesamt 50 Mädchen und Jungen der 3a und 3b gelernt, wie ein ausgewogenes Frühstück aussieht, wie der Tisch gereinigt wird und wie der Arbeitsplatz zum Zubereiten ausgestattet sein sollte. Sie wissen jetzt außerdem, wie sie schneiden, schälen, wiegen und messen, wie sie Essen abschmecken und den Tisch decken.

Ökotrophologin Ursula Bollig gibt Tipps.
Ökotrophologin Ursula Bollig gibt Tipps. Foto: Kira Oster

Wieso das alles so wichtig ist? „Ich habe schon Schüler gehabt, die in der dritten Klasse nicht wussten, wie rum man ein Messer richtig hält“, sagt Ursula Bollig.

Die Ernährungswissenschaftlerin ist seit 2007 Fachkraft für die Umsetzung des Ernährungsführerscheins und hat in dieser Zeit schon einiges erlebt. Manche Schüler hätten zum Beispiel nicht alle Lebensmittel erkannt. „Radieschen kennt nicht jeder Drittklässler“, so Bollig. Und Klassenlehrerin Bianca Urban ergänzt: „Die Kinder lernen hier auch, welche Portionsgrößen für sie die richtigen sind.“

Für ein kindgerechtes Frühstück sei ein Vollkornbrot so groß wie die Kinderhandfläche. Dazu Käse und ein bisschen Gemüse. „Lustige Brotgesichter“, heißt die Einheit, in der das Frühstück auf dem Programm stand.

Aber nicht nur das Frühstück, die ganze Ernährung sollte ausgewogen sein. Die Kinder haben deswegen die Ernährungspyramide kennengelernt. Die Basis der Pyramide bilden Wasser, Gemüse und Obst. Weniger essen sollte man Getreide, etwa vier Portionen am Tag. Hinzu kommen drei Portionen Milch oder Käse. Süßigkeiten bilden die Spitze der Pyramide, sie sollten den geringsten Anteil am täglichen Essen haben.

So sieht der Ernährungsführerschein aus. (Foto: Kira Oster)

So sieht der Ernährungsführerschein aus. (Foto: Kira Oster)

Alles, was die Kinder zubereitet haben, mussten alle einmal kosten. „Manche wollten davor keine Karotten essen, der Nudelsalat mit Karotten hat ihnen dann trotzdem geschmeckt“, berichtet Urban.

Die Nachwuchsköche selbst sind auch begeistert: „Ich habe den Schlemmerquark zu Hause mit meinem Bruder gemacht. Der war lecker“, sagt die neunjährige Sina. „Und wir haben gelernt, wie wir im Team arbeiten können“, sagt Aysu (9).

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erstellt am 24.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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