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Pinneberger Tageblatt

16. August 2017 | 17:47 Uhr

Erinnerungsarbeit auf der Zielgeraden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Arbeitsgruppe „Frauen und Heimat“ übergibt zweite Ausstellung an DRK-Einrichtung in Rellingen / „Brücken für Gedächtnis von Alzheimerpatienten“

Das Engagement hat sich gelohnt: Anlässlich des 20. Geburtstags der Gleichstellungsarbeit in Rellingen entwickelte die Projektgruppe „Frauen und Heimat“ unter Leitung der Rellinger Familien- und Gleichstellungsbeauftragten Dorathea Beckmann ihre zweite Ausstellung zum Thema „Porträts Rellinger Frauen“. Jetzt findet die Dauerausstellung im Rellinger DRK-Seniorenwohnsitz im Oberen Ehmschen 53 eine neue Heimat.

„Schon während der ersten Ausstellung haben wir das rege Interesse bemerkt“, so Wohnsitz-Leiterin Ilona Gürbig. Nachdem die erste Ausstellung 2006 mit 34    Porträts im Rellinger Rathaus und im Seniorenwohnsitz Rellingen ein großer Erfolg war, setzten sich die zwölf Mitglieder der seit 1997 bestehenden Projektgruppe mit der Tornescher Historikerin Anette Schlapkohl zusammen und erstellten eine Liste von 100    weiteren Rellinger Frauen mit spannendem biografischen Hintergrund.

In eineinhalb Jahren entstanden daraus 37 neue Porträts, die an die DRK-Einrichtung in Form eines Er- zählcafés übergeben wurden. „Das ist hier eine richtig gute Fügung, eine neue Heimat“, bekräftigt Beckmann. Außerdem hätten viele der porträtierten Frauen lange Zeit in der Einrichtung gewohnt. Zum Café eingeladen waren unter anderem Mitglieder der Arbeitsgruppe sowie einige Zeitzeuginnen wie Marianne Stock, Johanna Wege, Inge Dithmer und Renate Mähl.

Alle Porträts beantworten jeweils sieben Fragen und zeigen zwei Fotos der Frauen aus älterer und neuerer Zeit. Im Fokus stehen die Themen Arbeiterinnen und Angestellte, Kunst, Kultur, Baumschulen, das Ehrenamt, die Gesundheit, Familie, Geschäftsfrauen und politische Arbeit.

An die vielfältigen Informationen gelangte die Arbeitsgruppe durch die Kontaktaufnahme mit den Familien und in wenigen Fällen durch die Zeitzeuginnen selbst. „Es gab Geschichten, die sind uns sehr ans Herz gegangen“, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte. „Es ist ein sehr persönlicher Ansatz.“ Dieser kann für die Erinnerungsarbeit im DRK-Wohnsitz genutzt werden.

Das Ziel des Erzählcafés war, mit den Bewohnern über einzelne Personen ins Gespräch zu kommen und deren persönlichen Erinnerungen zu wecken. Durch Alltagsgegenstände aus früherer Zeit soll der Eindruck der Erinnerungen verstärkt werden. Meist handelt es sich um mitgebrachte Erbstücke wie Radios, Schallplatten oder Kameras. „Die Erinnerungsarbeit gehört zu unserer täglichen Arbeit dazu“, erklärt Gürbig. Deshalb wolle sie eine Regelmäßigkeit des Cafés einführen und mit einem neuen Konzept verknüpfen. „Wir möchten mit den Menschen hier ins Gespräch kommen“, so Beckmann.

Künftig sollen die Flure des Seniorenwohnsitzes mit Rellinger Straßennamen versehen werden, wobei die Porträts einfließen. So könne man laut Gürbig Brücken für das Gedächtnis von Alzheimerpatienten bauen.

Interessierte können sich die Ausstellung jederzeit ansehen und sich bei Nachfragen an die Leiterin des Hauses wenden. „Das Haus steht jedem offen“, sagt Gürbig. Die Leiterin des Wohnsitzes gibt vor Ort zudem bereitwillig weitere Informationen. Die DRK-Einrichtung ist unter der Telefonnummer (0  41  01) 5  95  59 zu erreichen.


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erstellt am 22.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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