Gemeindevertreter verabschiedet : Erika Koll bleibt Bürgermeisterin in Kummerfeld

Die beiden Kummerfelder Bürgermeisterkandidaten: Burkhard E. Tiemann (CDU) unterlag Erika Koll (SPD).
Die beiden Kummerfelder Bürgermeisterkandidaten: Burkhard E. Tiemann (CDU) unterlag Erika Koll (SPD).

Kreispräsident Burkhardt E. Tiemann verliert bei der Kummerfelder Wahl mit fünf zu acht Stimmen.

shz.de von
16. Juni 2018, 14:00 Uhr

„Wir lösen unser Wahlversprechen ein“, kündigte Hardy Tempelmann an. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kummerfelder Gemeinderat schlug deren prominentestes Mitglied als Bürgermeisterkandidaten vor: Burkhard E. Tiemann. Bis Mittwoch amtiert Tiemann noch als Kreispräsident, dann wird er abgelöst.

Seine nächste kommunalpolitische Station steht seit Donnerstagabend fest. Bei der konstituierenden Sitzung wählten ihn die Kummerfelder Gemeindevertreter zum Ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin Erika Koll (SPD).

Koll hat sich durchgesetzt

Koll hatte sich zuvor in der Bürgermeisterwahl klar und erwartungsgemäß gegen Tiemann durchgesetzt. Acht der 13 Gemeindevertreter votierten dafür, dass die Amtsinhaberin eine weitere Wahlperiode lang das Dorf vertritt. Alle Vertreter von SPD und Unabhängigen/Grünen wählten sie in einer offenen Abstimmung.

Die CDU war aus der vergangenen Kommunalwahl als stärkste Kraft im Dorf hervorgegangen. Damit lag das erste Vorschlagsrecht für einen Bürgermeisterkandidaten bei den Konservativen. Vor der Abstimmung stapelte Tiemann allerdings bewusst tief: Er habe „nie damit gerechnet“, zum Bürgermeister gewählt zu werden. Seine Partei werde noch nicht einmal geheime Wahl beantragen.

Die SPD hat zwar mit vier Sitzen weniger Stimmen im Gemeinderat als die CDU, aber als dritte Kraft sitzt die vierköpfige Fraktion Unabhängige/Grüne mit in der Gemeindevertretung. Dass deren Mitglieder für Amtsinhaberin Koll stimmen würden, war allgemein erwartet worden.

Normalerweise Formsache

Bei der Wahl zum Ersten Stellvertreter der Bürgermeisterin stichelte die SPD gegen Tiemann. Diese Abstimmung ist normalerweise Formsache: Die Stellvertreterposten werden nach Größe der Fraktionen verteilt, das Ganze geht normalerweise reibungslos und einstimmig vonstatten. Die CDU stellte Tiemann als Kandidaten auf, der wurde auch gewählt – allerdings ohne die Stimmen der vier SPD-Vertreter. Kolls Zweite Stellvertreterin, Tanja Augustin von den Unabhängigen, wurde dagegen einstimmig in ihr neues Amt gewählt.

„Wir waren es gewohnt mit nur zwei Fraktionen, jetzt sind wir drei“, stellte Bürgermeisterin Koll fest. „Es ist ein bisschen anders als in den vergangenen fünf Jahren.“ Koll begrüßte die kommunalpolitischen Neulinge der Unabhängigen/Grünen, die unter Leitung von Sabine Loof arbeiten werden, und hoffte auf deren Unterstützung bei dem Vorhaben, „ganz neu zu denken“ in der Gemeindevertretung.

Verabschiedet

Neue kamen, Alte gingen: Zu Beginn der Sitzung verabschiedete Koll drei Gemeindevertreter, die nicht wieder in das Gremium einzogen. Kerstin Kauntz (CDU) saß zehn Jahre lang im Gemeinderat, James Ramsay (SPD) fünf Jahre lang. Petra Stinski (SPD) hatte 15 Jahre lang die Geschicke des Dorfes mitbestimmt, in den vergangenen fünf Jahren hatte sie den Sozial-, Schul-, Sport und Kulturausschuss geleitet.

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