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E-Käfer aus Elmshorn : Er läuft und läuft und läuft - mit Strom

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Summen statt Knattern: Zwei Brüder bauen Elektromotoren in alte VW Käfer und Enten ein. Die Umrüstung ist nicht ganz billig.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Gerade einmal fünf Wochen ist es her: Auf der Hamburger Messe „Du und deine Welt“ lernte das Elmshorner Brüderpaar Sönke und Sören Eikermann Sirri Karabag kennen. Der Unternehmer, der in der Hansestadt seit mehr als 15 Jahren mit Nutzfahrzeugen handelt, präsentierte auf der Messe eines der am meisten produzierten Autos der Welt – einen VW Käfer. Eigentlich nichts Besonderes, doch unter der Haube am Heck des giftgrünen Oldtimers verbarg sich nicht der übliche Boxermotor, sondern ein Elektroaggregat – der Prototyp eines Oldtimers mit Elektromotor.

Sönke (35) und Sören (37) Eikermann waren sofort Feuer und Flamme, denn die Brüder besitzen nicht nur vier Käfer-Exemplare, sondern haben ihr Herz komplett an das Kultauto verloren. Bereits als Fünfjährige spielten sie mit Käfer-Modellen. Vor vielen Jahren gründeten sie die Gruppe „Beetle-Maniacs“, die sich in der Krückaustadt regelmäßig zum Käfer-Stammtisch trifft und einmal im Jahr ein Käfer-Treffen organisiert. Vor zweieinhalb Jahren machten sich die gelernten Maschinenbauer selbstständig, bauen seitdem in ihrer Werkstatt in Horst alte Airstream-Wohnwagen aus den USA zu Imbiss- und Messewagen um und restaurieren alte Käfer.

Reichweite von bis zu 120 Kilometer

Ihre umfangreichen Kenntnisse über den „Kugelporsche“, wie der Käfer auch liebevoll genannt wird, brachten die Eikermanns mit der Firma Karabag zusammen: Sie werden das Umbaukit der Hamburger Firma in Oldtimer einbauen. „Wir haben bereits Aufträge für einen Citroën 2 CV, die Ente, und einen Karmann Ghia“, berichten sie erfreut. Die Komponenten des Elektromotors, der aus der Gabelstaplertechnik kommt, passen problemlos unter die Heckklappe und in den Kofferraum im Frontbereich. „Die Anpassung des Elektroantriebs an das jeweilige Fahrzeug und damit die Umsetzung der Energie auf das Getriebe ist der eigentlich komplizierte Teil des Umbaus“, weiß Sören Eikermann.

Schalten muss man beim Elektro-Käfer nicht mehr viel, denn gefahren wird wie mit einem Automatikwagen. Beim Rückwärtsfahren muss nur ein Knopf gedrückt werden, dann schaltet der Motor um. Bis zu 110 Kilometer pro Stunde ist der umgebaute Käfer schnell, die Reichweite beträgt je nach Fahrweise bis zu 120 Kilometer. Die Umrüstung kostet zirka 13 000 Euro, einschließlich der Motorkomponenten, wenn ein geeignetes Fahrzeug vorhanden ist.

Der erste Elektrokäfer wird Anfang kommenden Jahres im Kreis unterwegs sein, denn Sönke und Sören Eikermann restaurieren gerade ein Exemplar aus den 1970er-Jahren, in das sie die Technik einbauen wollen. Wer sich einmal einen Käfer mit Elektromotor anschauen möchte, hat dazu am nächsten Wochenende Gelegenheit: Am 26. und 27. Oktober präsentieren die Elmshorner Brüder auf der „Nordi Car Classic“ in der Horster Elbmarschenhalle den Prototypen und stehen für alle Fragen in Sachen Umrüstung zur Verfügung. Geöffnet ist die Ausstellung an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr.

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