Enten liefern sich Schneckenrennen

3500 Plastikenten ließ Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) auf die Pinnau regnen.
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3500 Plastikenten ließ Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) auf die Pinnau regnen.

3500 Starter beim „längsten Entenrennen der Geschichte“ auf der Pinnau

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14. September 2020, 16:00 Uhr

Pinneberg | „Die Blätter werden schon langsamer“, stellte Saim „Kasi“ Cetinkaya beim Blick auf die Pinnau fest. Die wenigen Besucher vom Rotary Club Pinneberg und dem Technischen Hilfswerk (THW) starrten Sonnabend gebannt von der Pinnaubrücke auf das Wasser. Die Frage: Wann dreht die Fließrichtung? „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals pünktlich gestartet sind“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) lachend. Dabei warteten 3500  Enten auf den Start – allerdings coronabedingt diesmal ohne Zuschauer beim Benefizrennen des Rotary Clubs. Die Einnahmen sollen Projekte im Bereich des digitalen Lernens finanzieren.

„Wir sind froh, dass so wenige Menschen gekommen sind. Das ist es ja, was wir wollten“, sagte Frank Schmuggerow vom Rotary Club Pinneberg. „Wir nehmen das Geld zum Glück nicht bei der Veranstaltung, sondern im Vorfeld durch den Losverkauf ein.“ Dieser sei trotz der mittlerweile achten Auflage noch kein Selbstläufer. „Wir müssen schon einiges dafür tun, dass wir die Enten loswerden. Das ist keine leichte Aufgabe“, sagte Schmuggerow. Keine leichte Aufgabe hatten auch die Enten, als Steinberg den Start freigab. Das Wasser floss zwar in die richtige Richtung, der Wind drückte aber in die entgegengesetzte.

Im Zielbereich begann das Warten auf die ersten Plastikenten. Und das dauerte diesmal ungewohnt lange. Immer wieder gingen die Blicke Richtung Pinnaubiegung. Etwa 30 Minuten vergingen, bis die ersten Rennenten um die Ecke bogen. Sie hatten dem Gegenwind getrotzt. Der Sieger stand quasi fest.

„Eine liegt zehn Meter in Führung. Das hatten wir noch nie“, kommentierte Stefanie Fricke aus dem Zielbereich, wo alle Ankömmlinge erfasst wurden. „Und an welchem Ufer bleibt sie hängen?“, fragte ein Besucher. Fricke stockte kurz: „Links. Das wird wohl nichts mehr.“ Langsam schoben sich andere Plastikenten vorbei, landeten je nach Wind aber immer wieder im Uferbereich und blieben hängen. „Da wird das THW nachher noch einmal durchfahren und alle befreien und zusammentreiben müssen“, erläuterte Schmuggerow.

Nach gut 45 Minuten trudelte die erste Ente im Ziel ein. Allerdings sollte es noch lange dauern, bis alle 60 Preise vergeben waren. „Das war wohl das längste Entenrennen der Geschichte“, bilanzierte Schmuggerow lachend und hatte gleich eine Erklärung parat: „Normalerweise starten die Enten beim Rotary Club in Winsen und Schenefeld. Wenn wir sie bekommen, sind sie trainiert.“ Der Rotary Club Schenefeld hat sein Rennen abgesagt, die Enten gehen erst am Montag auf die Reise nach Winsen. „Die Enten hatten wohl zu gutes Futter und zu wenig Bewegung“, sagte Schmuggerow lachend über das Schneckenrennen auf dem Wasser.

Die lange Schwimmzeit stellte das Team vom Geschwister-Scholl-Haus vor besondere Probleme. Für den Online-Fernsehsender YouPi berichteten sie live von der Pinnau. Bis zu 49 Zuschauer verfolgten den Stream. „Die größte Problematik war, dass es viel länger gedauert hat als geplant. Was wir an Strom vorbereitet hatten, wurde knapp“, sagte Marco Giese, der mit Stefan Doose das Filmprojekt betreut. Neun Jugendliche und fünf Betreuer waren im Einsatz. „Es war keiner umsonst hier. Zum Glück hatten wir ein großes Team, so dass immer jemand Strom holen konnte“, sagte Doose. Einige technische Probleme habe es gegeben. „Es hat insgesamt aber gut geklappt. Wäre es zeitlich wie geplant gelaufen, wäre es noch besser gewesen, aber wir lernen für das nächste Jahr.“ Der Livestream kann bei Youtube unter „Entenrennen Rotary Club Pinneberg“ abgerufen werden.

Die Liste der Gewinner gibt es auf der Homepage zum Entenrennen und im Bücherwurm. Gewinne können bis 15. Oktober abgeholt werden.

>entenrennen-pinneberg.de


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