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Ein stimmungsvoller Auftakt : Ensemble Obligat eröffnet den „Barocken Herbst“ in der Drostei in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Publikum stiftet enthusiastischen Applaus. Schon zum zehnten Mal bietet das Festival in historischem Ambiente in Pinnebergs Drostei Musik der Barockmeister, Vorträge und eine Ausstellung.

Pinneberg | Der „Barocke Herbst“ ist wieder gestartet. Schon zum zehnten Mal bietet das Festival in historischem Ambiente in Pinnebergs Drostei Musik der Barockmeister, Vorträge und eine Ausstellung. Die Eröffnung am Sonnabend übernahm das Ensemble Obligat unter dem Titel „Il divine Sassone – Zu Gast im Hause Hasse in Venedig“.

Die künstlerische Leiterin der Drostei, Stefanie Fricke, erläuterte: „Das Motto des zehnten Barocken Herbstes ist Musik der Hansestädte.“ Venedig gehörte durch hansische Niederlassungen dazu. Johann Adolf Hasse wurde im Programm ergänzt von Telemann, Vivaldi, Buxtehude, Händel und Scarlatti. Cembalistin Anke Dennert erklärte dem Publikum: „Hasse kannte die anderen Komponisten oder war zumindest mit deren Musik vertraut.“

Das eigentlich acht Instrumentalisten umfassende Ensemble Obligat reiste an in der Besetzung Flöte (Imme-Jeanne Klett), Violoncello piccolo (Gastspieler Charles-Antoine Duflot) und Cembalo. Alle drei Musiker brachten viel Energie und Bewegung mit – besonders Flötistin Klett schien fast mit ihrer Flöte zu tanzen. „Das ist eine sehr aufwühlende Musik, wie eine Miniatur-Oper“, so Dennert. Das zeigte sich besonders in Vivaldis Sonate in g-Moll aus „Il pastor fido“ und Hasses Sonate in d-Moll für Flöte, Violoncello und Cembalo, in denen man fast Koloraturarien zu hören schien: Klett beeindruckte mit einem halsbrecherischen Tempo und schien kaum Luft zu holen.

Die beiden anderen Musiker emanzipierten sich auch mit Solostücken vom Basso-continuo-Spiel. Der prämierte Gastcellist Duflot demonstrierte feine Nuancen und harte Doppelgriffe auf seinem hellen Cello piccolo mit Buxtehudes Sonata in D-Dur (BuxWV 268) und Telemanns Sonate in d-Moll (TWV 41:D6). Dennert erklärte: „Dies sind welche der ersten Stücke, die überhaupt für Cello als Soloinstrument geschrieben wurden.“ Sie selbst spielte rasante Läufe auf den zwei Manualen des Cembalos mit Scarlattis einsätziger Sonate in D-Dur (K 119). „Davon hat er 550 geschrieben“, sagte sie.

„Scarlatti war einer der ersten, die auch volkstümliche, fast perkussive Elemente benutzt haben.“ So meinte man manchmal fast, statt des Cembalos eine spanische Gitarre zu hören. Das Publikum, das den Saal zu etwa zwei Drittel füllte, brach in enthusiastischen Applaus und Fußtrampeln aus. Fricke hatte nicht zu viel versprochen, als sie sagte: „Das wird ein sehr virtuoser, stimmungsvoller Auftakt.“

Barocker Herbst 2015 Termine: Freitag, 16. Oktober, 19.30 Uhr: „Musik der Hansestädte“, Vortrag Dr. Wolfgang Doebel; Sonnabend, 17. Oktober, 19.30 Uhr: Dietrich Buxtehude und seine virtuosen Lübecker Kollegen“, Hamburger Ratsmusik; Sonntag, 1. November, 17 Uhr: „Stylus Phantasicus“; Mittwoch, 4. November, 19 Uhr: „Die Hanse: Gestalterische Reflexionen unserer Heimat“, Vernissage Schüler der Beruflichen Schule Pinneberg; Freitag, 13. November“, 18 Uhr: Barocke Fürstentafel in den Gärtensälen der Drostei, barockes Dinner mit Tafelmusik; Sonnabend, 14. November, 17 Uhr: „Venedig und die Hansestädte“, Marais Consort. Preise: Konzerte 17 Euro (Reihe 1 bis 3), 15, ermäßigt 10 Euro (ab Reihe 4); Vortrag 8, ermäßigt 4 Euro; Dinner 65 Euro; Ausstellung (5. bis 14. November) frei.
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erstellt am 12.Okt.2015 | 12:15 Uhr

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