Engagement ja, Partei ungern

Der Landschafts- und Gartenbauer Harm Kähler beschreibt sich als Mann der Tat.
Der Landschafts- und Gartenbauer Harm Kähler beschreibt sich als Mann der Tat.

SerieHarm Kähler wird mit seiner Freien Wählergemeinschaft zur Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidat antreten

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09. Dezember 2017, 11:33 Uhr

Die Freie Wählergemeinschaft Borstel-Hohenraden (FWG) wird bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr erstmals mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten. „Ich bin bereit, diese Aufgabe zu übernehmen“, sagt Harm Kähler, Vorsitzender der FWG. Die Wählergemeinschaft wurde erst kurz vor den Kommunalwahlen 2013 gegründet und zog sofort mit vier Mitgliedern in die Gemeindevertretung ein. Kähler war von Anfang an eines der Gesichter des Vereins. „Der mit dem größten Mundwerk geht voran“, sagt er schmunzelnd.

Kähler sei zur Politik gekommen, weil er sich engagieren wollte. „Allerdings nur für das Dorf und nicht in einer Partei.“ Diese Idee kam bei den Wählern sofort gut an, stieß bei CDU und SPD, den etablierten Parteien in Borstel-Hohenraden, allerdings auf Skepsis. Es habe etwa anderthalb bis zwei Jahre gedauert, bis die FWG-Gemeindevertreter voll akzeptiert gewesen seien, berichtet der Garten- und Landschaftsbauer. „Inzwischen haben die einzelnen Fraktionen aber ein vertrauensvolles und kameradschaftliches Verhältnis.“ Der Umgang miteinander und die Redekultur seien vorbildlich. Der FWG-Chef wünscht sich allerdings mehr Möglichkeiten, die Bevölkerung einzubinden und hofft, auch während der Sitzungen einen offenen Dialog zwischen Bürgern und Politikern zu ermöglichen. Die Einwohnerfragestunden sind für ihn nicht ausreichend. Wird er tatsächlich zum Bürgermeister gewählt, will er stattdessen Diskussionen zulassen. Es entstehe schnell der Eindruck, dass geklüngelt werde.

Die Arbeit in der Politik war für Kähler anfangs eine große Umstellung. Für einen selbstständigen Unternehmer sei es gar nicht so einfach gewesen, immer die nötige Geduld mit den Verwaltungen aufzubringen, berichtet er. „Machen ist mein Ding“, charakterisiert sich der verheiratete Vater dreier Kinder selbst. Wenn irgendwo mit angepackt werden müsse, helfe er immer gerne. Schließlich wolle die FWG sich nicht nur in den politischen Gremien für den Ort einsetzen.

Die größte Leistung der Gemeindevertretung war aus seiner Sicht, den Dorfentwicklungsplan auf den Weg zu bringen. „In der kommenden Legislaturperiode wird es nun darum gehen, was tatsächlich umzusetzen ist.“ Ein Dorfgemeinschaftshaus, ein Markttreff mit Bäcker, Nahversorger oder Café – es gibt einige Pläne für Borstel-Hohenraden. Um diese zu realisieren, brauche man aber Unterstützung. Dabei gehe es sowohl um Kompetenzen als auch um Geld. Ehrenamtliche Kommunalpolitiker seien auf fachkundige Beratung angewiesen, betont Kähler. Dazu komme, dass Borstel-Hohenraden sich schon seit Jahrzehnten schwer tue, einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren. Deshalb sei die Realisierung größerer Projekte nur möglich, wenn die Gemeinde wisse, welche Fördertöpfe sie anzapfen könne. „Die Hauptverantwortung eines Gemeindevertreters ist, die passende Hilfe zu finden“, sagt Kähler.
> Nächste Woche im Freitagsgespräch: Margot Dorsch, Vorsitzende des Heimatvereins Prisdorf.

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