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ANSTOSS – Die EM-Kolumne : Endlich ein Lahm-Klon und dazu ein neuer Fan-Liebling

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberg | Deutschland hat endlich wieder einen Rechtsverteidiger. Das ist die vermutlich wichtigste Erkenntnis der Vorrunde. Was Joshua Kimmich gegen Nordirland ablieferte, war beeindruckend. Sicherlich sind die Männer von der grünen Insel kein wirklicher Maßstab. Aber Kimmich zeigte, dass er das Potenzial hat, auf dieser Position dauerhaft die Nachfolge des zurückgetretenen Philipp Lahm einzunehmen. Das dürfte auch die Bayern freuen. Die suchen bereits nach einem Ersatz für Lahm, weil dieser 2018 seine Karriere beenden möchte. Die Suche nach dem Lahm-Klon können sie einstellen, weil sie den idealen Kandidaten bereits unter Vertrag haben.

Kimmich wird sicherlich auch mal schwächere Spiele abliefern. Aber er hat das Zeug dazu, langfristig zum Leistungsträger zu reifen und kann kurzfristig sicherstellen, dass die Position des Rechtsverteidigers nicht mehr Joachim Löws größte Baustelle ist.

Die zweite wichtige Erkenntnis ist, dass die falsche Neun bei der Europameisterschaft definitiv nicht der richtige Weg ist. Mario Götze stand im Sturmzentrum meistens auf verlorenem Posten. Wenn Mario Gomez vorne drin ist, kann auch mal eine Flanke zum Erfolg führen. Götze hat sich als Kopfballungeheuer bisher noch keinen Namen gemacht und steht bei Gegnern, die fast alle 20 Zentimeter größer sind, auf verlorenem Posten.

Gomez müssen angesichts der aktuellen Entwicklung sowieso die Freudentränen kommen. Wenn vor wenigen Monaten jemand prophezeit hätte, dass die Fans einmal seinen Einsatz fordern, wäre er ausgelacht worden. Der Stürmer war lange die Hassfigur schlechthin, obwohl er niemanden etwas getan hatte. Deshalb sind ihm die Sympathiebekundungen zu gönnen. Ein Gomez-Siegtor im EM-Finale wäre die Krönung eines erstaunlichen Comebacks. Dann hätte wohl auch der letzte Anhänger seinen Frieden mit dem früheren Sündenbock geschlossen.

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erstellt am 26.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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