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Pinneberger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 20:07 Uhr

„Elternzeit ist bei uns Standard“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Appener Kaserne hat vor sieben Jahren ermittelt, ob Bedarf nach Kinderbetreuung besteht / Soldaten nehmen Erziehungsurlaub

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Wie familienfreundlich ist eigentlich die Arbeit an der Unteroffiziersschule der Luftwaffe in Appen? Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte am vergangenen Wochenende in einem Interview, sie wolle die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland machen, und dazu gehöre die Vereinbarkeit von Dienst und Familie. Im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete Oberstleutnant Rainer Probst, der seit neun Jahren in der Marseille-Kaserne stationiert ist, dass die zweimonatige Elternzeit für Soldaten in Appen bereits zum Standard gehöre.

„Bei uns sind derzeit zirka 200 Soldaten dauerhaft stationiert“, sagte Probst. Viele der Appener Soldaten hätten Kinder. Der Anteil derjenigen, deren Kinder auf eine Betreuung angewiesen seien, sei jedoch gering. „Das liegt daran, dass der Altersdurchschnitt bei uns zwischen Mitte und Ende 30 liegt“, erläuterte Probst.

Bereits vor sieben Jahren habe es in der Appener Kaserne eine Umfrage gegeben, mit der ermittelt werden sollte, ob der Bedarf nach einer Kinderbetreuung auf dem Kasernengelände besteht. „Der Bedarf war damals allerdings zu gering, das hätte sich nicht gelohnt“, sagte Probst. „Ich glaube zwar, dass sich das nicht verändert hat. Aber wir müssen abwarten, ob sich durch die Pläne der Verteidigungsministerin nicht vielleicht doch etwas ergibt.“

Weiterhin erläuterte der Oberstleutnant: „Unter den Soldaten, die kleine Kinder haben, ist es inzwischen normal, dass sie eine zweimonatige Elternzeit nehmen.“ Soldatinnen würden nach einer Geburt meistens zwölf Monate Pause machen.

In den vergangenen Jahren hätten auch einige Soldaten einen Antrag auf den ein- bis dreijährigen Erziehungsurlaub gestellt. „Wir in Appen müssen zu diesen Anträgen Stellung beziehen, die Entscheidung fällt das Personalamt in Köln“, erläuterte Probst und fügte hinzu, dass bislang alle Anträge aus Appen genehmigt worden seien. Zeitsoldaten müssten ihre Dienstzeit dann jedoch entsprechend verlängern.

Zudem gebe es Soldaten, die in Teilzeit arbeiten würden. „Insbesondere bei den Militärärztinnen kommt das oft vor. Ich weiß aber auch von einer Soldatin in Appen“, so Probst.

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