zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

24. November 2017 | 13:50 Uhr

Eltern sauer: „Viel zu spät informiert“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schimmel-Alarm Heilig-Geist-Kita Ostermannweg seit gestern geschlossen

von
erstellt am 07.Okt.2017 | 16:26 Uhr

Geschockte Mütter, enttäuschte Kinder: Schimmel-Alarm im Gebäude der Heilig-Geist-Kita Ostermannweg in Pinneberg-Nord. Gestern ist der Betrieb eingestellt worden. Auch am Montag sollen die Kinder zu Hause bleiben. Viele Eltern wurden von dieser Nachricht gestern eiskalt erwischt. Sie standen vor verschlossenen Türen. Daran befestigt war ein Elternbrief des Trägers, des Kindertagesstättenwerks Pinneberg, der über die aktuelle Situation informierte.

„Wir sind sauer. Die Informationen des Trägers sind gleich null“, sagte Jeanine Duphorn, Elternvertreterin der Kita-Gruppe „Spatzen“. Sie spreche auch im Namen vieler anderer Eltern, die davon betroffen sind. Duphorns vierjähriger Sohn besucht die Einrichtung. Hätte man die Eltern nur einen Tag vorher informiert, hätte man sich darauf einstellen können. „Nun müssen die Eltern die Kinder wieder mit nach Hause nehmen. Viele sind berufstätig“, sagte Duphorn.

Die Schließung kam zwar plötzlich, aber nicht überraschen. Bereits Anfang des Jahres teilte der Träger mit, dass das Gebäude marode sei und drohte mit Schließung, wenn die Stadt die Sanierungskosten nicht übernehmen würde. Die Stadt sei bereits vor lange Zeit darüber informiert worden. Wie schlimm es aber um das Kita-Gebäude steht, belegt jetzt ein Gutachten: Am Donnerstagnachmittag sei der Träger darüber informiert worden, dass „die Beprobungen im Besprechungsraum und in den Gruppenräumen Spatzen, Hasen, Mäuse und Bären hohe bis sehr hohe Schimmelpilzkonzentrationen aufweisen, die für Deckenhohlräume in einer Kita viel zu hoch sind“, teilte Andreas Brenner, Geschäftsführer des Kitawerks des Kirchenkreises, den Eltern in dem Schreiben mit. Eines steht fest: Die Kinder werden kurzfristig die Räume nicht mehr nutzen dürfen. Laut Brenner soll jetzt nach einer räumlichen Übergangslösung für die etwa 90    betroffenen Kinder gesucht werden. Geplant ist also eine Umquartierung.

Wo die Jungen und Mädchen sowie die Erzieher untergebracht werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, das muss in den nächsten Tagen geklärt werden. „Aktuell klären wir kurzfristige räumliche Ersatzlösungen in der benachbarten Hans-Claussen-Schule und den Räumlichkeiten der evangelischen Kirchengemeinden in Pinneberg sowie alle Möglichkeiten einer befristeten Betreuung in unseren anderen Kitas oder Kitas anderer Träger im Stadtgebiet, um Ihre Kinder weiterhin betreuen zu können“, versichert Brenner den Eltern. „Die Kinder in den Gruppen und die Erzieher bleiben zusammen“, betonte er auf Anfrage unserer Zeitung. Am Dienstag sollen die Eltern Klarheit haben.

Brenner stehe mit der Stadt in ständigem Kontakt. „Ich bin optimistisch, dass wir Lösungen finden“, sagte gestern der zuständige Fachbereichsleiter Heiner Koch auf Anfrage.

Wie geht es jetzt weiter? „Parallel prüfen wir, ob eine Sanierung, die die bestehende Gefahr sicher einbinden und eine befristete Fortsetzung des Betriebes erlaubt, überhaupt sinnvoll ist oder ob es besser ist, neu zu bauen“, so Brenner. Ein umfangreiches Gutachten soll das klären.

Fakt ist: Die Kita am Ostermannweg ist fast 50 Jahre alt. Der ins Gespräch gebrachte Neubau hatte bereits im Fachausschuss zu heftigen Diskussionen geführt. Er kostet etwa 2,4 Millionen Euro. 1,2 Millionen müsste der Kirchenkreis aufbringen. 40 000 Euro für die Beseitigung von Akutschäden hatte die Stadt dieses Jahr freigegeben. Insgesamt belaufen sich die Sanierungskosten allerdings auf eine weitaus größere Summe – es sind 600  000 Euro.





Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen