Eltern kritisieren Pläne für Schulstart

Unterricht in der Corona-Krise: Bildungsschere könnte sich weiter öffnen

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27. Juli 2020, 20:00 Uhr

Kiel/Uetersen | Die Arbeitsgemeinschaft der Landeselternbeiräte (AGLEB) bemängelt die Pläne der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien (CDU) für den Unterrichtsneustart unter Corona-Bedingungen. „Das Konzept erfüllt die Mindesterwartungen nicht“, teilte die Arbeitsgemeinschaft mit. Mitunterzeichner ist auch Thorsten Muschinski aus Uetersen, Vorsitzender des Landeselternbeirats sowie des Kreiselternbeirats der Gemeinschaftsschulen.

Nach Ansicht der AGLEB hat sich die Schere zwischen privilegierten und benachteiligten Schülern wegen der Corona-Krise weiter geöffnet. Und daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern. „Alle Schüler benötigen gleichwertige Endgeräte und Internetzugänge“, meinen die Elternvertretungen. Gute digitale Ausstattung werde zwar im Konzept erwähnt, aber nicht konkret genug beschrieben. „Es müssen verbindliche Konzepte zur Beschaffung und Verteilung etabliert werden.“


Eltern: Gemeinsame Lernplattform fehlt

Auch fehle ein konkreter Plan, wie der digitale Unterricht organisiert werden soll. „Eine einheitliche Lernplattform für alle Schulen wird zwar versprochen, doch die Aussagen zu Einführungstermin und Umsetzung sind so unverbindlich, dass befürchtet werden muss, dass wir noch weit ins neue Schuljahr hinein ohne eine solche Plattform werden leben müssen“, beklagt die AG. Außerdem fehlten konkrete Mindeststandards und Regelerwartungen sowohl für den Präsenzunterricht als auch das Homeschooling.

Das Ministerium verzichtet auf ein strenges Abstandsgebot und Maskenpflicht. Stattdessen sollen Kohorten, die auch einen ganzen Jahrgang umfassen können, gebildet werden. Für die Eltern und Schulen sei völlig unklar, wie das funktionieren soll. „Das Kohorten-Prinzip bleibt undurchsichtig und ist so nicht umsetzbar“, teilt die AGLEB mit. So sei unklar, wie Hygieneregeln bei der kohortenübergreifenden Nutzung von Fachräumen eingehalten werden könnten. Außerdem würden die geschlossenen Kohorten außerhalb der Schule durchbrochen, etwa in den Schulbussen.

Die Elternvertreter kritisieren zudem, nicht ausreichend beteiligt worden zu sein: „Unser Input wurde nicht ausreichend berücksichtigt.“

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