Kreis Pinneberg : Eltern klagen über Kita-Personalmangel

Die Grünen-Landtagsabgeordneten Ines Strehlau (v. l.) und Erika „Eka“ von Kalben diskutierten mit Nadine Mai und Andreas Paul über die Situation der Kindertagesstätten im Kreis Pinneberg.
Die Grünen-Landtagsabgeordneten Ines Strehlau (v. l.) und Erika „Eka“ von Kalben diskutierten mit Nadine Mai und Andreas Paul über die Situation der Kindertagesstätten im Kreis Pinneberg.

Die Kreiselternvertretung geht von bis zu 33 fehlenden Vollzeitstellen aus.

shz.de von
18. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Im Kreis Pinneberg fehlen bei der Kinderbetreuung 30 bis 33 Vollzeitstellen. Da sind sich Andreas Paul, Vorsitzender der Kreiselternvertretung (KEV), und seine Stellvertreterin Nadine Mai sicher. „Aktuell wird rechnerisch mit fünf Krankheitstagen pro Betreuer und Jahr geplant. Real sind es aber 13“, erläuterte Paul die Rechengrundlage beim Gespräch mit Erika „Eka“ von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Schleswig-Holstein, und der Landtagsabgeordneten Ines Strehlau (Grüne).

„Wir haben im Kreis Pinneberg die höchsten Kosten pro Platz und auch den besten Personalschlüssel“, sagte Paul und ergänzte: „Der Beste heißt nicht unbedingt, dass er gut ist.“ Wenn er das Thema Personalunterdeckung in Kindertagesstätten anspreche, höre er immer zwei Argumente: Entweder müssten die Gebühren steigen oder Gruppen bei Krankheit der Erzieher geschlossen werden. Für Mai ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht: „Es können sich nur noch arme und ganz reiche Menschen Kinder leisten.“ Diejenigen, bei denen die Sozialstaffelregelung greife, könnten sich oft den Wunsch nach einem zweiten oder dritten Kind nicht leisten. „Die Gesellschaft braucht eigentlich Familien mit drei Kindern, von denen am besten beide Elternteile noch arbeiten“, sagte Paul.

Trotz des Anstiegs der Ausgaben für Kitas im Landeshaushalt von 84 Millionen Euro in diesem Jahr auf 101 Millionen Euro im kommenden sehe Strehlau derzeit wenig Verbesserung bei der Personaldeckung und der Qualität der Kinderbetreuung: „Große Teile des Geldes fließen in den Aus- und Aufbau von Kindertagesstätten und nicht ins Personal.“ Sie sei gegen eine gebührenfreie Kita, versprach den Elternvertretern aber, sich in Kiel für die Änderung des Sozialschlüssels einzusetzen. „Daran müssen wir arbeiten, damit die Kitagebühren nicht das Geld, das verdient wird, direkt wieder auffressen“, sagte Strehlau. Eine kurzfristige Änderung sei aber nicht möglich, da der Haushalt 2015 beschlossen sei. Für die Planungen für das Jahr 2016 hoffe sie aber – trotz Sparzwängen der Landesregierung – zusätzliche Mittel für Kitas zur Verfügung stellen zu können.

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