Benefizkonzert : Elmshorner machen Musik gegen Gewalt

Die junge Band „Just in Time“ überzeugte beim Benefizkonzert mit Coversongs.
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Die junge Band „Just in Time“ überzeugte beim Benefizkonzert mit Coversongs.

Die Blues Band „Farmersroad“ und die Schülerband „Just in time“ traten am Sonntag in der Dittchenbühne auf. Das Eintrittsgeld ging an den Verein Wendepunkt.

shz.de von
06. Februar 2018, 16:30 Uhr

Elmshorn | „Wenn Farmersroad ruft, dann sind wir da!“, stellte Julianna Heller klar. Und die zweite Band, Just in Time? „Großartig“ fand sie die jungen Leute. Und dass ihr Eintrittsgeld an den Wendepunkt geht, freute die EBS-Lehrerin zusätzlich. Ihr gefielen am Sonntag alle drei Elemente des Vormittags: ein Benefizkonzert mit zwei Bands zu Gunsten eines Vereins, der sich um Gewaltopfer kümmert.

Um die 150 zahlende Gäste kamen zum Konzert in die Dittchenbühne. Zusammen mit einer Spende der AWO Tornesch über 400 Euro kamen am Sonntag rund 2000 Euro für den Wendepunkt zusammen. Der Elmshorner Verein will mit diesem Geld die Arbeit seiner Trauma-Ambulanz unterstützen. „Von mehr als 230 Anfragen 2017 waren circa 100 nicht finanziert“, erklärte Wendepunkt-Geschäftsführerin Ingrid Kohlschmitt am Rande des Konzerts. Zu 85 Prozent suchen Kinder und Jugendliche in der Trauma-Ambulanz Hilfe; sie haben Gewalt in ihren Familien erlebt oder ein Elternteil ist plötzlich gestorben oder hat eine psychische Krise erlitten. 40 Prozent der Hilfesuchenden haben Flucht oder Vertreibung erlebt. Ihnen zu helfen „braucht hohe Professionalität, das kann man nicht ehrenamtlich machen“, stellte Kohlschmitt klar.

Der Hintergrund war ernst, die Stimmung locker, das Programm gut gemischt: Beide Bands absolvierten abwechselnd jeweils zwei Sets. Den Anfang machte „Just in Time“, 2016 zur besten Schülerband Elmshorns gekürt. Verstärkt von Gastsängerin Sina Ruge spielten die jungen Musiker Coverversionen und beeindruckten mit ihrer Qualität. Sänger Ole Ruge moderierte die Titel souverän wie ein altgedienter Conferencier an. „Es macht Spaß zuzuhören und zu sehen, dass junge Leute so begeistert Musik machen“, urteilte eine Zuhörerin aus Langeln. Als zweite trat die Farmersroad Blues Band auf, eine Elmshorner Musik-Institution mit mehr als 35 Jahren Geschichte. Die fünf Musiker brauchten keine Zeit zum Warmlaufen, sie gingen mit ihrem Bluesrock gleich in die Vollen.  Als Special Guest brachten sie die schwarze Sängerin Janice Harrington mit, die auch auf der jüngsten CD der Band singt und viele der Lieder darauf geschrieben hat. Harrington erzählte erstmal, dass sie schon 75 Jahre alt ist, um dann mit ihrer satten Stimme loszulegen und ihr Publikum von den Stühlen zu scheuchen.

Mit der Dittchenbühne hat das schon traditionelle Benefizkonzert der Farmersroad Blues Band für den Wendepunkt nach einem Jahr Pause eine neue Spielstätte gefunden. Viele Jahre lang fand es im Garten von Jens Jähne statt, dann zwei Mal im Kranhausgarten. Bedingung für die kostenlose Nutzung der Dittchenbühne war die Mischung von Jung und Alt, erklärte Ingrid Kohlschmitt – darum waren Routiniers und Newcomer an den Instrumenten.

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