Illegale Müllkippe : Ellerbek: Asbest-Müll illegal an Feldweg entsorgt

Wer diesen Müll in die Landschaft gekippt hat, ist noch unklar. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hilfe bei der Fahndung.
Foto:
Wer diesen Müll in die Landschaft gekippt hat, ist noch unklar. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hilfe bei der Fahndung.

Bereits dreimal sind in den vergangenen Wochen Wellzementplatten auf den Weg gekippt worden. Die Polizei sucht Zeugen.

shz.de von
15. Februar 2018, 16:00 Uhr

Ellerbek | Es sieht fast schon wie eine Winteridylle aus: Ein leicht verschneiter Feldweg, umsäumt von Bäumen. Doch der Eindruck trügt. Unbekannte Täter haben an diesem Feldweg illegal Abfall entsorgt. Und zwar nicht irgendwelchen, sondern – mit allergrößter Wahrscheinlichkeit – asbesthaltigen Müll. Mehrfach ist im vergangenen Jahr asbesthaltiger Müll illegal entsorgt worden.

Besonders dreiste Täter

Der jüngste Fall ist besonders dreist. Denn der oder die Täter hatten in den vergangenen Wochen bereits zum dritten Mal den Ellerbeker Feldweg (Kreis Pinneberg) als illegale Müllkippe missbraucht, wie der betroffene Landwirt Dienstag feststellen musste. Abgelagert wurden Reststücke von Wellzementplatten, die vermutlich asbesthaltig sind. Der Feldweg gehört zu Ellerbek und liegt in der Nähe zu Tangstedt und Bönningstedt. Der Fundort befindet sich in unmittelbarer Nähe der Brücke über die Bek. Etwa einen halben Kubikmeter Wellzementplatten warfen die unbekannten Täter in die Landschaft. Der Ermittlungsdienst Umwelt und Verkehr des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Pinneberg hat den Fall übernommen und sucht Zeugen. „Möglicherweise könnten Spaziergänger in dem abgelegenen Bereich Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben“, so Polizeisprecher Lars Brockmann. Hinweise nehmen die Ermittler unter Telefon (0 41 01) 20 20 entgegen.

Kein Einzelfall

Bedauerlicherweise handelt es sich dabei um keinen Einzelfall. 18 Mal wurde im vergangenen Jahr im Kreis Pinneberg asbesthaltiger Abfall illegal entsorgt. Doch nicht nur asbesthaltiger Abfall wird irgendwo in Wälder und Wiesen gekippt, wie aus Statistiken der Pinneberger Kreisverwaltung hervor. Denn bei illegaler Abfallentsorgung ist ab einer Menge von mehr als fünf Kubikmetern der Kreis Pinneberg zuständig. Die bislang letzte Erhebung des Kreises stammt aus dem Jahr 2016: Damals gab es 60 bis 70 Fälle von Müllablagerungen in einer Menge von mehr als fünf Kubikmetern im Kreisgebiet. Sechs mal musste der Kreis die Abfuhr beantragen. Und auch bezahlen: Die Kosten beliefen sich dabei auf 3000 bis 4000 Euro.

In den anderen Fällen ging die Sache für die Steuerzahler glimpflicher aus: Die Verursacher wurden zur ordnungsgemäßen Entsorgung der Abfälle aufgefordert. Und die Entsorgung wurde von den Behörden entsprechend überwacht. Auch ohne genaue Erhebung geht Kreissprecher Oliver Carstens davon aus, dass das Fallaufkommen im Jahr 2017 ähnlich hoch war wie 2016.

Bußgeld bis zu 100.000 Euro

Wird ein Täter erwischt, kann das Missbrauchen von Wiesen und Wäldern als Müllkippen teuer werden: Ein Bußgeld in Höhe bis zu 50.000 Euro könnte fällig werden. Bei der illegale Entsorgung von gefährlichen Abfällen wie Altöl, Chemikalien oder auch Asbest können die Verursacher sogar mit bis 100.000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Trauriger Höhepunkt im Jahr 2016: Im April waren in Bullenkuhlen 100 bis 150 Altreifen auf einem Feldweg entsorgt worden. 1,1 Tonnen wogen die Reifen. Der Verursacher konnte nicht ermittelt werden.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert