zur Navigation springen

SPD-Kreisverband : Elektroauto vor günstiger Wohnung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinnebergs SPD-Kreisverband diskutiert über das Leben in der Region im Jahr 2030. Ergebnisse sollen in Politik einfließen.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Halstenbek | Der Haushalt erledigt sich vollautomatisch von selbst, draußen steht das E-Auto – und die Wohnungspreise im Kreis Pinneberg haben sich auf den schleswig-holsteinischen Durchschnitt eingependelt, weil die Landesprogramme zum Wohnungsbau erfolgreich waren. Christiane Küchenhof, Bürgermeisterin in Schenefeld und stellvertretende Landesvorsitzende der SPD, schwelgte in schönen Zukunftsvisionen. Die nicht ganz ernst gemeint waren, aber doch eine der wichtigsten Fragen aufgriffen: Wird es im Jahr 2030 genügend bezahlbaren Wohnraum im Kreis geben?

Das Jahr 2030 hatte die Kreis-SPD als Perspektive für einen Zukunftskonvent gewählt. Damit probierten die Genossen in Halstenbek eine neue Veranstaltungsform aus: 45 Teilnehmer hörten zwei Impulsreferate und diskutierten dann an sechs Thementischen Zukunftsfragen wie Mobilität, Wohnen im Alter, Altersarmut und Kinderbetreuung. Unter den Teilnehmern waren viele SPD-Mitglieder und Vertreter verschiedener Organisationen: Mieterverein, Schuldnerberatung, Deutsches Rotes Kreuz, Kreisjugendring, Baumschulen und Elternvertretungen.

Als besonderer Teilnehmer hielt Reinhard Meyer ein Impulsreferat und arbeitete in der Gruppe „Mobilität“ mit. Meyer ist als Landesminister für Wirtschaft, Arbeit, Technologie und Verkehr prädestiniert für Weichenstellungen, die bestimmen, wie sich das Leben in Schleswig-Holstein entwickelt.

Beim Konvent kam auch das Thema Flüchtlinge zur Sprache. Weckt die Zuwanderung doch abseits von Herausforderungen auch Hoffnungen, dass sie der alternden deutschen Gesellschaft entgegentreten und dem Fachkräftemangel abhelfen kann. Aber Thomas Hölck, der Kreisvorsitzende der SPD in Pinneberg, erinnerte daran, dass trotzdem in der Zukunft viel mehr Ältere zu versorgen sein werden als heute. Meyer warb für einen bundespolitischen Ansatz: „Wir brauchen in Deutschland endlich ein Zuwanderungsrecht.“

Kooperation über Ländergrenzen hinweg

Der Minister mahnte, bei allen Visionen nicht im Abstrakten hängen zu bleiben, sondern konkret zu werden. Als Verkehrsminister legte er vor: Die Verlängerung der U-Bahn-Trasse U5 bis Schenefeld nannte er als Beispiel für Kooperation über Ländergrenzen hinweg; wenn auch als negatives, weil Hamburg die Weiterführung über seine Grenzen gar nicht erst erwogen habe. S21, S4 West, drittes Gleis zwischen Elmshorn und Hamburg: Als Verkehrsminister hatte Meyer recht konkrete Vorstellungen für die Zukunft.

Als entscheidendes Thema, das in alle Felder hineinspielte, stellte sich allerdings das Wohnen heraus. SPD-Chef Hölck hatte schon in seiner Begrüßung darauf hingewiesen, dass die Mieten im Kreis Pinneberg weit über dem Landesdurchschnitt liegen. Wie dieses Problem angegangen werden kann, wo die nötigen Flächen herkommen sollen, was das für Landschafts- und Naturschutz bedeutet – diese Fragen spielten an fast allen Tischen eine wichtige Rolle.

Die Kreis-SPD als Veranstalter will die Ergebnisse des Zukunftskonvents auswerten, kündigte Moderatorin Elke Schreiber an. Daraus wollen die Genossen dann Themen entwickeln, denen sie sich in ihrer politischen Arbeit widmen. Die Veranstaltungsform selbst feierte eine für Schreiber gelungene Premiere. Sie würdigte die intensiven Diskussionen an den Thementischen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen