Hamburg-Altona : Elbe-Radweg in Övelgönne: Showdown per Stimmzettel

Eine Illustration zeigt den möglichen Verlauf des Radwegs.
Eine Illustration zeigt den möglichen Verlauf des Radwegs.

Beim Bürgerentscheid können die Stimmberechtigten zwischen zwei Varianten wählen – kein Radweg oder ein Radweg?

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23. August 2017, 07:57 Uhr

Hamburg | Seit Monaten, ja seit Jahren wird gestritten, nun haben die Bürger das Wort: Im langen und verbissenen Ringen um den möglichen Bau eines Radweges am Elbstrand in Övelgönne ist der Bürgerentscheid angelaufen.

Zwei Alternativen zur Auswahl

Etwa 202.000 Abstimmungsberechtigte im Bezirk Altona können bis zum 15. September ihr Votum zu zwei gegensätzlichen Bürgerbegehren abgeben: Die Initiative „Elbstrand retten!“ verlangt einen sofortigen Planungsstopp, um den beliebten Elbstrand im jetzigen Zustand zu erhalten, und hatte dafür binnen vier Wochen 13.000 Unterschriften gesammelt.

Überraschend hatte die rot-grüne Bezirksmehrheit daraufhin durchgesetzt, dass beim Bürgerentscheid zugleich über den Vorschlag der Initiative „Elbstrandweg für alle!“ abgestimmt wird. Diese setzt sich für einen drei Meter breiten Rad- und Fußweg am landeinwärts gelegenen Rand des Sandstrandes ein. Die ursprünglichen, heftig kritisierten Pläne für einen sechs Meter breiten, mittig verlaufenden Weg sind endgültig vom Tisch.

Bemerkenswert: Den Wählern liegt noch eine dritte Frage vor. Sollten beide Anträge – was theoretisch möglich ist – mehr als 50 Prozent Zustimmung erhalten, sollen die Bürger festlegen, welchen der Vorschläge sie in einem solchen Fall vorziehen würden.

Strandabschnitt beliebtes Ausflugsziel

Kaum ein Thema hat die Gemüter im Bezirk in den vergangenen Monaten so erhitzt wie die Frage, ob der Övelgönner Strand einen Radweg braucht und oder er ihn auch verträgt. An schönen Sommertagen bevölkern Zehntausende den Abschnitt, an dem die Beach-Cafés „Strandperle“ und „Ahoi“ liegen.

Die Projektgegner von „Elbstrand retten!“ kämpfen vehement gegen den insbesondere von den Grünen gewünschten Radweg auf dem knapp einen Kilometer langen Teilstück. Initiativensprecherin Christiane Petersen: „Es ist uns ein Herzensanliegen, diesen schmalen Strand vor Bebauung zu schützen.“ Es handele sich um „eines der wichtigsten Naherholungsgebiete und eine touristische Attraktion Hamburgs“, die von Durchgangsverkehr nicht gestört werden solle.

Die Gruppe „Elbstrandweg für alle!“ hält dagegen und schlägt den Bau eines Drei-Meter-Holzbohlenweges entlang der Flutschutzmauer vor. Am Elbufer selbst sollen zudem die Steinschüttung verringert werden und der schmale Betonplattenweg wegfallen, womit unterm Strich allen gedient wäre, findet Vertrauensfrau Samina Mir. „Durch die Umgestaltung der Uferbefestigung wird der Strand deutlich größer. Es wird mehr Platz für alle geben, der Blick zum Hafen wird frei und wir werden wieder durchgehend Zugang zum Wasser erhalten.”

Voraussichtliche Kosten

Auch wenn das Thema vor allem Övelgönne und Blankenese betrifft, so werden doch sämtliche Altonaer Bürger um ihre Meinung gefragt, auch solche in entfernt liegenden Stadtteilen wie Osdorf. Die Kosten für den Bürgerentscheid beziffert die Bezirksverwaltung auf rund 250.000 Euro.

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