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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 10:05 Uhr

Nach Rauswurf : Eklat im Pinneberger Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Personal Zoff nach Rauswurf von Mitarbeiter

Pinneberg | Vor kurzem war Michael Schuler noch Prüfer im Rechnungsprüfungsamt (RPA) der Stadt Pinneberg. Dann wurde er fristlos entlassen. Jetzt wirft er Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) vor, dass er trotz fehlender Erlaubnis der Kommunalaufsicht in Kiel abberufen wurde. Dagegen will er nun vorgehen. Die Ratsherren und -frauen hat er per E-Mail bereits darüber informiert. Unserer Zeitung liegt die Stellungnahme ebenfalls vor.

„Am 25. November habe ich per Boten auch schon meine Kündigung von Seiten der Stadt erhalten. Gegen diesen Akt der Unverschämtheit und vorsätzlichen Rechtsbeugung von Seiten der Bürgermeisterin habe ich selbstverständlich auch schon Klage bei Gericht eingereicht“, schreibt er. Eine Strafanzeige unter anderem gegen Steinberg habe er in die Wege geleitet. Ein Amtsenthebungsverfahren gegen die Rathauschefin sowie auch den Leiter des RPA (Name ist der Redaktion bekannt) habe er ferner schon bei der Bundesregierung in Berlin beantragt.

Schuler schießt gegen die Verwaltungsleitung: Das Türschloss zu seinem Büro im vierten Stockwerk des Rathauses sei vorschnell ausgetauscht worden. „Aufgrund der stark asozialen Vorgehensweise gegen meine Person gehe ich davon aus, dass Ressentiments gegen mich vor allem von der Verwaltungsleitung, insbesondere aber von meinem direkten Vorgesetzten hinterrücks geschürt wurden und einzelne Mitglieder der Ratsversammlung über die de facto total verrottete Führungs- und Leitkultur im Rathaus zielgerichtet in Unkenntnis gehalten werden.“ Die Zustände im städtischen RPA und auch der Führungsstil von Steinberg „sei eine Farce“, schreibt er weiter. Und: „In meiner Stellung als Prüfer im RPA habe ich nachweislich die Vertuschung schmutziger Machenschaften durch die Verwaltung verhindert“, sagt er.

Die Stadt selbst möchte zu den Vorwürfen nichts sagen. Nur so viel: „Es handelt sich um eine personalrechtliche Angelegenheit, über die wir uns nicht äußern“, sagte gestern Sprecher Stefan Krappa. Das Land schießt in dasselbe Horn: „Das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten als Kommunalaufsichtsbehörde nimmt zu konkreten personenbezogenen Fragestellungen, in denen Rechte Betroffener berührt werden könnten, grundsätzlich nicht Stellung“, sagte die stellvertretende Sprecherin Jana Ohlhoff.

Auch die Pinneberger Politik möchte sich nicht äußern. Dabei war sie es, die während einer Ratsversammlung der Abberufung von Schuler zugestimmt hat – aufgrund der Empfehlung der Verwaltung. Dem Rat soll Steinberg allerdings versichert haben, dass bei der Kündigung rechtlich alles in Ordnung gewesen sei.
 

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