Einsatzrekord bei der Feuerwehr

Sie stellten die Jahresbilanz vor: Die Feuerwehrleute Alexander Supthut (von links), Christoph Supthut und Wehrführer Claus Köster.
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Sie stellten die Jahresbilanz vor: Die Feuerwehrleute Alexander Supthut (von links), Christoph Supthut und Wehrführer Claus Köster.

443 Mal rückten die Pinneberger Rettungskräfte im vergangenen Jahr aus / Allein 100 Alarmierungen für Waldenau

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13. Januar 2018, 16:27 Uhr

„Wir sind fast täglich auf der Wache. Manchmal mehrmals am Tag. Für die Einsatzkräfte ist es eine hohe Belastung“, sagt Christoph Supthut von der Pinneberger Feuerwehr. Der Wehrleiter Claus Köster sowie die Pressesprecher Alexander und Christoph Supthut stellten jetzt die Statistik 2017 vor. Das Fazit: Die Pinneberger Feuerwehr muss steigende Einsätze stemmen. 443 waren es im vergangenen Jahr.

„Die zweithöchste Zahl überhaupt“, so Köster. Zum Vergleich: 2016 mussten die Kameraden 427 Mal ausrücken. Der Feuerwehr-Chef geht davon aus, dass die Zahl der Einsätze weiter steigen wird – gen 500. Grund? „Immer mehr Unternehmen siedeln sich in Pinneberg an, die Einwohnerzahl wächst.“

Bemerkenswert: Allein in Waldenau gab es 100 Einsätze. In Erinnerung bleibt das Feuer auf dem Hof von Springreiterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann im Juni. Dank eines aufmerksamen Nachbarn, tatkräftigen Helfern und dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr habe das Schlimmste verhindert werden können, so Köster. „60 Pferde blieben unverletzt. Es ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass die Einsatzkräfte zeitnah ausrücken können.“ In diesem Fall kam der zweite Standort in Waldenau der Feuerwehr zugute.

Aber auch eine gute Technik sei zum Einsatz gekommen. Um Feuer effizienter und sicherer zu bekämpfen und höhere Wasserschäden zu vermeiden, wird ein Druckluftschaumsystem eingesetzt. Der Fachbegriff lautet CAFS (Compressed Air Foam System). Kösters Fazit: „Ein Super-Einsatz. Es hat alles tadellos geklappt.“

Die Statistik im Einzelnen: 188 Mal mussten die Einsatzkräfte wegen Feueralarms ausrücken. Sehr verdächtig: die Brände im Hochhaus an der Dingstätte. Gleich zweimal – innerhalb von nur einer Stunde – brannte es im April im Keller des Gebäudes, im Mai rückte die Wehr wieder zur Dingstätte aus – nun brannte es auf dem Dachboden des Hochhauses.

In 151 Fällen ging es um technische Hilfeleistung. Dazu gehörte auch der spektakuläre Unfall im Dezember: Ein Autofahrer war mit seinem Fahrzeug vom Parkplatz auf den Fußweg am Fahlt gefahren, zunächst gegen einen Holz-Poller und anschließend gegen einen Baum gestoßen und die Böschung runtergerutscht. Das Auto landete in der Mühlenau.

82 Mal wurde die Feuerwehr wegen Notfällen gerufen. Dazu gehören die Befreiung von Personen aus Wohnungen oder Fahrstühlen. So musste ein adipöser Mann durch das Fenster aus seiner Wohnung geholt werden.

13 Einsätze fallen unter die Rubrik „Gas“, vier unter „Bahn“. Aber auch wenn es darum geht, die Umlandgemeinden zu unterstützen, stehen die Kameraden aus Pinneberg ihren Mann beziehungsweise ihre Frau. Ziele waren Elmshorn, Wedel und Schenefeld, wo im August die Wehren einen Großbrand in einer Tennishalle löschen mussten. „Das ist der Beweis für eine gute kommunale Zusammenarbeit“, bringt es Köster auf den Punkt – und lobt gleichzeitig „den exzellenten Draht zur Pinneberger Verwaltung“. Die Arbeit mit dem Feuerwehrsacharbeiter Jörg Rose liefe tadellos. Dies gelte auch für die Bürgermeisterin und die Politik.

99 Aktive hat die Wehr derzeit. „Der Aufnahmeantrag für den 100. ist gerade auf den Tisch gekommen“, sagt Alexander Supthut. Doch die drei sind sich einig: Damit seien sie noch lange nicht genug.

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