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Scholz und Albig in Pinneberg : Einigkeit der Landesväter beim Wahlkampfauftakt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

1,5 Stunden lang betonten Torsten Albig und Olaf Scholz die Gemeinsamkeiten des Flächenlands und seines benachbarten Stadtstaats.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 17:00 Uhr

Pinneberg | Die Einigkeit hielt den ganzen Abend – fast. Nur in einem Fall schlich Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz ein ironisches Schmunzeln über die Lippen. 1,5 Stunden lang betonten Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Scholz die Gemeinsamkeiten des Flächenlands und seines benachbarten Stadtstaats. Grenzen überwinden. Zusammenarbeiten. Ergänzen statt Konkurrieren. Aber als Albig mit Blick in die Zukunft sagte, dass es irgendwann egal sein werde, ob jemand in Hamburg-Altona oder Niebüll wohnt, entrann Scholz doch ein „Naja“ von den Lippen.

Dieses „Naja“ blieb die härteste Gegenrede zwischen den beiden. Der Rest an diesem Montagabend im festlichen Saal des Pinneberger Hotels Cap Polonio war ein durch und durch harmonischer Auftakt des SPD-Landtagswahlkampfs im Kreis. In der ersten Reihe saßen unter anderem die SPD-Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Pinneberg – Beate Raudies, Kai Vogel und Thomas Hölck – sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann aus Elmshorn. Dahinter hatten mehr als 150 Gäste unter dem glänzenden Kronleuchter des Festsaals Platz genommen. Einige musste sogar stehen, so groß war das Interesse an den beiden Landesvätern.

Die Rollen auf der Bühne waren klar verteilt: Albig war der Wahlkämpfer, der mit Leidenschaft, persönlichen Geschichten und am Ende ganz direkt – Albig: „Ich würde gern ihr MP bleiben!“ – um die Unterstützung der Wähler bat. Scholz gab den Edelhelfer, der mit Statistiken, Lob und persönlichen Freundschaftsversprechen Albig zur Seite stand.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.

Foto: Florian Kleist
 

Scholz und Albig stellten sich – nach einer kurzen Einführungsrunde – den vom Publikum auf Karten eingereichten Fragen, die Moderatorin Simone von Stosch vorlas. Innere Sicherheit, Schulbau, Berufliche Bildung, Maßnahmen gegen Steuergeldverschwendung: All diese Themen wurden auf die Bühne gebracht. Vor allem Albig brachte den Schlenker immer wieder auf sein Wahlkampf-Kernthema soziale Gerechtigkeit. „Das Leben soll nicht bei jeder Veränderung von Angst geprägt sein“, sagte Albig. Die Schulen müssten so ausgestattet sein, dass die Kinder dort unabhängig ihres Elternhauses gern lernen. Nach der Schule müssten junge Menschen, unabhängig ihrer Herkunft, die Chance auf eine vernünftige Berufsausbildung haben. Der Nahverkehr müsse ausgebaut werden, damit die Menschen unabhängig ihres Wohnorts besser zu ihren Ausbildungsstätten und Arbeitsplätzen kommen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig.

Foto: Florian Kleist

Auch der Breitbandausbau müsse weiter geschehen, damit auch eine Firma in Niebüll über das selbe schnelle Internet verfügt, wie in Hamburg. Es war diese Stelle, an der Albig mit seiner Angleichung der Standortvorteile bei Scholz für ein Abgleiten in die Ironie sorgte. Albig reagierte prompt: „Stimmt, ein Unterschied bleibt: In Niebüll ist die Luft besser.“

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