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Pinneberger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:39 Uhr

Schenefeld : Einfach fantastische Stimmen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aufwendige Inszenierung: Kinderchor bringt Musical „Clara von Assisi“ auf die Bühne. Die Aufführung in der Paulskirche war gut besucht.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Assisi, im Jahre 1204: Franz von Assisi, gespielt von Amely Düring erbarmt sich gegenüber den armen Bettlern, schenkt ihnen alle seine Würste. Freunde Assisis mögen es nicht glauben. Doch der Adlige erklärt: „Es war ein wunderbares Gefühl, jemandem zu helfen. Die Bettler waren alle glücklich.“

Kinderchorleiterin Henrike Gebauer hat in dem Musical „Clara von Assisi“ die beiden Biographien von Franz und Clara von Assisi zu einem Musical verarbeitet. „Da wir mehr Mädchen im Chor haben, musste ich ein Stück schaffen, wo viele weibliche Stimmen mitsingen“, so Gebauer. Die Texte – mit zum Teil witzigen Einlagen – hat Gebauer verfasst, die passende Musik dazu komponiert. 30 Mitwirkende des Kinderchors brachten den theologischen Stoff mit starken Stimmen zu Gehör. Die pfiffigen Dialoge wurden von den Zuschauern mit viel Applaus belohnt.

„Das Musical war eine Herausforderung“, sagte die Chorleiterin. Es sei den Mädchen und Jungen gelungen, sich gut in die Rolle einzufühlen und umfangreiche Textpassagen auswendig zu lernen. Ähnlich beurteilte das Mutter Bettina Zimmerer: „Es ist fantastisch, was uns die Kinder geboten haben.“

Zuschauerin Clara lobte ebenfalls den Auftritt: „Ich fand das Stück recht gut.“ Die Zwölfjährige ließ es sich in dem Kontext nicht nehmen, auf ihre eigene Geschichte zu verweisen: „Da ich selber Clara heiße, wollte meine Mutter immer, dass ich das Stück wieder und wieder lese.“

Hintergrund: Klara von Assisi widersetzte sich als junge Frau ihren reichen Eltern und entschied sich für ein Leben in absoluter Armut. Sie folgte Franz von Assisi in seiner Lehre und begründete den Klarissenorden. Kurz nach ihrem Tod wurde sie heilig gesprochen.

Begleitet wurden die Sänger im Alter von sechs bis zehn Jahren von Gitarren-, Geigen-, Trommel- und Klavierklängen. Der Spaß an der Aufführung und die Faszination für die historische Begebenheit war den Protagonisten anzumerken. Insgesamt hat Gebauer mit den Grundschülern ein halbes Jahr lang geprobt. Abgerundet wurde die Aufführung durch von Eltern liebevoll zusammengestellte Kostüme und von Jugendleitern gemalten Bühnenbildern. Papiervögel und andere Utensilien hatten die Kinder selbst gebastelt, die Chorleiterin einen Geheimschrank mit Ornamentik und Krone kreiert.

Die Zuhörer wurden mit einer Lied-Zugabe belohnt, bei der sie selber einstimmten. Beachtlich: Eine Franziskaner-Gemeinschaft aus Kiel hatte gegenüber der Chorleiterin bereits Interesse angemeldet, das Stück dort aufzuführen. Gebauer arbeitet seit 2008 an der Paulskirche und brachte dort schon das dritte Musical auf die Bühne.


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