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Sparkasse in Appen : „Eine skandalöse Entscheidung“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Politiker kritisieren geplante Schließung der Sparkassen-Filiale: Die Kunden sollen sich künftig auf den Weg nach Uetersen machen.

Mit großem Unverständnis haben die Appener Kommunalpolitiker auf die geplante Schließung der Sparkassen-Filiale in der Gemeinde reagiert. Einhelliger Tenor von CDU, SPD und FDP: Die Gemeinde braucht eine Filialversorgung. Gerade für ältere Menschen sei diese erforderlich. Sauer aufgestoßen ist den Politikern zudem die Tatsache, dass sie von den Plänen der Sparkasse aus der Presse erfahren haben.

„Es ist traurig, dass die Sparkasse die Versorgung nicht sicherstellen kann“, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU). Der Verwaltungschef zeigte sich überrascht, dass Appen in die Einsparpläne des Geldinstituts einbezogen wurde. 5000 Einwohner, von denen ein Viertel älter als 60 Jahre sind, und die zirka 1000 Soldaten der Marseille-Kaserne ohne Versorgung außen vor zu lassen sei nicht abgewogen, so Banaschak. Den Bürgermeister stört zudem die Tatsache, von der Sparkasse nicht direkt informiert worden zu sein.

Auch der Appener CDU-Vorsitzende Dirk David kritisierte sowohl die „Art und Weise der Kommunikation“ als auch die Filialschließung an sich. David: „Das ist ein weiterer Einschnitt in die bestehende Infrastruktur.“

Deutliche Worte fand die FDP-Ortsverbandsvorsitzende Jutta Kaufmann: „Die Entscheidung ist skandalös und alles andere als abgewogen.“ Und weiter: „Ich habe das nicht für möglich gehalten.“ Zudem bezeichnete die FDP-Chefin die Aussage von Landrat Oliver Stolz, die Konsolidierung sei wichtig für Kunden, Mitarbeiter und die Region, als „unsäglich“. Kaufmann: „Ich würde mir wünschen, dass er mehr im Interesse der Bürger und Gemeinden handelt.“

Walter Lorenzen, Fraktionschef der SPD, bezeichnete die Filialschließung im Tageblatt-Gespräch als „unerhörte Entscheidung“, die nicht hingenommen werden könne. Die Geschäftspolitik der Sparkasse sei nicht nachvollziehbar, so Lorenzen, der im Aufsichtsrat der PSD Bank Kiel sitzt. Im Übrigen seien nicht nur Bürger sondern auch Vereine und Unternehmen betroffen. „Die Sparkasse wäre gut beraten, den Schritt nochmal zu überdenken“, so Lorenzen.

Für die Kommunalpolitiker ist klar: Widerspruchslos hinnehmen wollen sie die Schließung nicht. Entsprechend will Bürgermeister Banaschak das Gespräch mit dem Sparkassen-Vorstand suchen. Denn viele Appener seien auf die Filiale angewiesen, so Banaschak.

Mit einem Schreiben informierte die Sparkasse am vergangenen Wochenende ihre Kunden über die Schließung. In diesem wird auch der neue Ansprechpartner – die Filiale in der Uetersener Wassermühlenstraße – genannt. Für Kaufmann, die ebenfalls Sparkassen-Kunde ist, nicht nachvollziehbar, denn die meisten Appener seien nach Pinneberg orientiert.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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