Eine Reise zu sich selbst

Nicht Luxus steht im Mittelpunkt, sondern die Kommunikation und das Besinnen auf das Wesentliche.  Fotos: Gertraud Mitternacht
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Nicht Luxus steht im Mittelpunkt, sondern die Kommunikation und das Besinnen auf das Wesentliche. Fotos: Gertraud Mitternacht

Appens Pastor Frank Schüler organisiert eine Fahrt zur Glaubensgemeinschaft im französischen Taizé

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02. August 2018, 16:20 Uhr

Kerzen, Stille und Gebet. Die Suche nach dem Leben und dem Frieden in sich selbst und der Welt – dafür steht das Kloster in Taizé. Besonders jungen Leuten soll die Mönchsgemeinschaft in Frankreich Gelegenheit bieten, zusammenzukommen und sich selbst zu erfahren. Pastor Frank Schüler von der Appener St. Johannes-Gemeinde organisiert deshalb eine Jugendreise dorthin.

Pastor Frank Schüler war selbst bereits einmal mit erwachsenen Begleitern in dem ökumenischen Männerorden zu Gast. Mit der Lehre von Taizé kam er aber bereits früher in Kontakt: „Ich kenne die speziellen Andachten aus meiner Jugend“, berichtet er. „In meiner Nachbargemeinde früher in Aumühle gab es eine Gemeinschaft, die danach lebte. Das hat mir entscheidende Impulse gegeben für mein Leben.“ Diese Chance möchte er nun jungen Mitreisenden geben.

In Taizé kommen Menschen aus der ganzen Welt zusammen, in vielen Sprachen werden die typischen Taizé-Gesänge während mehreren Andachten am Tag zelebriert. Dazu gehören auch in etwa zehnminütige Schweigezeiten. Die Teilnahme an den Andachten ist jedoch freiwillig. „Jeder soll für sich zu sich finden“, berichtet Schüler. Es werde Lagerfeuer geben, das Kloster sei mitten in der Natur. „Man kann Ausflüge in die nächste Stadt Cluny unternehmen, Sport treiben, miteinander reden oder auch einfach chillen“, sagt Schüler. Das Leben sei gemäß der Philosophie der Brüder von Taizé einfach aber auf Gesellschaft gemünzt. „Die Jugendlichen sehen dort, dass sie gar kein Smartphone brauchen, um miteinander zu sprechen“, erläutert er. Verboten ist ein Smartphone aber nicht – Zwang ist nicht der Ansatz von Taizé. „Es ist eine lockere und fröhliche Atmosphäre“, beschreibt Schüler die Gemeinschaft. Man soll dort Gelegenheit bekommen, „die eigene Seele zu spüren, zu sich selbst finden. Die Brüder von Taizé nehmen die Jugendlichen ernst in ihrer Suche nach dem Leben.“

Ein Luxusurlaub wird die Reise aber nicht: Einfache, aber gute Kost, Mithilfe in den Tagesabläufen und Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftswaschräumen erwarten die Jugendlichen. Denn Luxus führt nach dem Ansatz der Gemeinschaft von Taizé nicht zu sich selbst und dem inneren Frieden.

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