Hunde-Farm in Peissen : Eine Pinnebergerin im Reich der Huskys

Alina Anders findet bei den Huskys in Peissen Kraft und Anerkennung.
Alina Anders findet bei den Huskys in Peissen Kraft und Anerkennung.

Die Pinnebergerin Alina Anders fährt einmal im Monat zur Farm in Peissen. Umgang mit den Hunden stärkt das Selbstbewusstsein.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg/Peissen | Alina Anders, 10, sitzt zwischen fünf Huskys. Sie streichen um sie herum und drücken sich vertrauensvoll an sie. Die Pinnebergerin beobachtet die Hunde intensiv. Als sie sich um sie herum schlängeln, wirkt sie in sich gekehrt, aber glücklich. Ein Tier hat eisblaue-, ein anderes Tier bernsteinfarbene Augen. Die Zehnjährige genießt den Kontakt mit den 40 Kilogramm schweren wolfsähnlichen Hunden.

Europas größtes Husky-Familienrudel

Mit ihr im Gelände befindet sich die Tochter der Züchterin Fanny-Mo Dunker. 28 Huskys gehören zum Rudel ihrer Mutter, der Hundeschlittenführerin Britta Dunker. Die Züchterin und ihre Tiere leben auf der so genannten Husky Farm in Peissen, umgeben von grünen Wiesen und Bäumen. Peissen ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg. Dunker besitzt nach eigenen Worten Europas größtes Husky-Familienrudel und ist bekannt im ganzen Land.

Die ursprünglich von den Tschuktschen gehaltenen sibirischen Huskys sind für ihr menschenfreundliches, aber auch eigenständiges Wesen bekannt. Britta Dunker bietet dem Nachwuchs die Gelegenheit, Erfahrungen im Umgang mit Hunden zu sammeln. Die Mutter einer 13-jährigen Tochter hat selbst jahrzehntelange Routine im Umgang mit Huskys.

Erlebnis-Wald und Nachwuchs-Camps

Alina fährt einmal im Monat für drei Stunden zur Farm. Dort versorgt sie die Tiere mit Streicheleinheiten und Wasser. Britta Dunker veranstaltet auf der Farm, aber auch im Erlebnis-Wald Trappenkamp unterschiedlichste Aktionen. Camps für den Nachwuchs gehören dazu. Die Mädchen und Jungen dürfen an Hunde-Rennen-, mit einem Husky vorm Fahrrad oder mehreren vorm Wagen, teilnehmen. Manchmal gilt es jedoch, einfach gemeinsam mit den Tieren zu laufen und spazieren zu gehen.

Die Zehnjährige ist eines von 30 Kindern aus dem Umkreis Pinneberg, Neumünster und Husum, die das Angebot nutzen. „Wenn ich bei den Huskys bin, fühle ich mich geborgen und fröhlich“, sagt Alina. Sie habe in Peissen tolle Freunde gefunden. „Es macht mir Spaß, hier zu helfen und alles über Huskys zu lernen“, ergänzt die Zehnjährige.

Alinas Faszination für die Tiere entdeckte sie bei der Film-Show „Kim und die Wölfe“. Alinas Mutter, die Pianistin Simone Anders realisierte „die Sehnsucht in Alinas Augen“. „Ich habe mir gedacht, meiner Tochter den Kontakt zu Wölfen ermöglichen zu müssen“, erinnert sich die Mutter. Mit dem Angebot habe sie Alina von bestimmten Begebenheiten ablenken wollen. Denn heutzutage seien die Kinder häufig gefordert, fortwährend funktionieren zu müssen.

Ein Rudel muss auch stark sein

Die Auswirkungen des Husky-Sports auf Alinas Persönlichkeit sind ausschließlich positiv. Simone Anderes erlebt ihre Husky-begeisterte Tochter ausgeglichener und selbstbewusster. Der Umgang mit den Tieren helfe ihr, mit schwierigen Situationen – wie beispielsweise dem Angriff eines aggressiven Kindes - fertig zu werden. Sie sei stark, weil sie im Rudel stark sein müsse.

Alina verzichtet für ihr Husky-Hobby „auf alles andere“ wie beispielsweise Verabredungen, Schwimmbad und Freizeit. „Der Huskysport bedeutet mir alles“, bringt es Alina auf den Punkt.

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