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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 00:03 Uhr

Eine Nacht für junge Schreiber

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die fünfte „Ham.Lit“ lockt mit 15 Autoren auf die literarische Flaniermeile

Preisgekrönte oder preisverdächtige Literatur in ungewohnter Location steht im Mittelpunkt, wenn die „Ham.Lit” ins Uebel & Gefährlich lockt. 15 Autorinnen und Autoren erheben den Medienbunker an der Feldstrasse zum fünften Mal zur literarischen Flaniermeile. Gelesen wird auf drei Bühnen – im Ballsaal, dem Turmzimmer und ein Stockwerk darüber in der Bar „Terrace Hill”. Vom Roman über experimentelle Prosa bis zur Lyrik und Erzählung reicht das Spektrum, wenn den Gästen ein Überblick über die derzeit vielversprechendsten Exponenten der jungen Literaturszene geboten wird. Auch wenn der geneigte Zuhörer eine Auswahl treffen muss innerhalb der teils zeitgleich stattfindenden Lesungen.
Zu den vier Hamburger Autoren gehört Laura de Weck, deren sprachgewaltiges Debüt „Lieblingsmenschen” bereits zahlreiche Inszenierungen im deutschsprachigen Raum erlebte. Stern-Reporterin Nora Gantenbrink nennt ihren Erstling schnörkellos „Verficktes Herz”. Die herbe Alltagspoesie der 27-jährigen Absolventin der Henri-Nannen- Schule schlägt sich bereits im ersten Satz des Romans nieder: „Liebeskummer ist das größte Arschloch, das es gibt.“
Arne Nielsens „Der Elefantenbäcker” thematisiert schonungslos die von Gewalt und Alkohol geprägte Kindheit des Erzählers. Der in Dänemark und Norwegen aufgewachsene Autor ist nebenbei Sänger des Elektropopduos „Der Büro”.
Ferkel würgende Russen, in Reimen sprechende Fans von Energie Cottbus und das Sat1-Frühstücksfernsehen sind die Protagonisten in „Vor dem Fest”. Der gebürtige Bosnier Saša Stanišic wurde bereits vor dem Erscheinen seines zweiten, in der Uckermark spielenden Romans mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.
Eine geistige Nähe zur griechischen Tragödie attestierten Kritiker Günter Geltingers Roman „Moor” über eine unheilvolle Mutter-Sohn-Beziehung und einen im Stottern befangenen Helden. Lesebühnenstar Anselm Neft machte mit satirischen Nachrufen und als Meister des Poetry Slam von sich reden. Dichterin Uljana Wolf reist aus New York an. Auch die Lyriker Jan Skudlarek und Marcus Roloff sowie der frisch gekürte „Open Mike“-Preisträger Dmitrij Gawrisch geben sich die Ehre im Übel & Gefährlich, das an diesem Abend quasi zum Literaturbunker avanciert. Für musikalische Unterstützung der Literaten sorgen die Australierin Kat Frankie und die Formation „Liga der gewöhnlichen Gentlemen” mit Mitgliedern der ehemaligen Deutschpopbands Superpunk und Blumfeld.

Ham.Lit: Lange Nacht junger Literatur und Musik, 30.1., ab 19 Uhr, Uebel & Gefährlich (Medienbunker), Feldstr. 66, 16 Euro, 12 Euro erm.

www.hamlit.de


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erstellt am 30.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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