zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 10:50 Uhr

Eine Münchenerin zieht’s nach Haselau

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tina Varga-Schicht arbeitet seit drei Monaten als Tourismusmanagerin im Haseldorfer Elbmarschenhaus / Sie möchten den Menschen die Region näherbringen

„Man sollte die Nordlichter einfach einmal kennenlernen. Ich habe bisher nur freundliche Menschen kennengelernt“, sagt Tina Varga-Schicht. Seit drei Jahren lebt die gebürtige Münchenerin in Haselau, seit drei Monaten arbeitet sie als Tourismusmanagerin (diese Zeitung berichtete). Vom bayerischen Akzent ist nichts zu hören. „Ich sage schon radeln, wenn ich Fahrrad fahren meine. Wenn man genau hinhört, kommen doch ein paar typisch bayerische Begriffe vor“, sagt die 36-Jährige darauf angesprochen und ergänzt lachend: „Ich bemühe mich Hochdeutsch zu sprechen. Nur wenn ich mit Bayern telefoniere, verfalle ich in meinen Dialekt.“

Die Gerüchte vom grummeligen und zurückhaltenden Norddeutschen habe sie schnell über Bord geworfen. „Bei unseren ersten Erkundungsbesuchen habe ich mich bereits wohlgefühlt“, sagt Varga-Schicht, die ihren Mann, der zuvor schon einmal zehn Jahre lang in Hamburg gelebt hatte, in München kennengelernt hat und mit ihm vor drei Jahren in den Norden zog. „Die Menschen sind wirklich offen und über die Kinder schließt man selbstverständlich ganz schnell Freundschaften“, sagt die zweifache Mutter. Kontakte und Netzwerke sind auch das, was ihren Job ausmacht. Im Event- und Cateringbereich war Varga-Schicht für die Organisation von Veranstaltungen verantwortlich. Das gehört auch jetzt zu ihrem Aufgabengebiet. Für den Verein „Tourismus in Marsch und Geest“ (TiMuG) will sie die Attraktivität der Region steigern. „Wir wollen Ansprechpartner für jeden sein, der etwas in der Region mit Tourismus zu tun hat. Da stellen wir unser Know-how zur Verfügung“, sagt die 36-Jährige.

„Jetzt kommen die Klassiker. Die Berge. Ski fahren und Schnee, wobei es ja ohnehin nicht mehr so stark schneit“, zählt Varga-Schicht auf, was sie in ihrer neuen Heimat vermisst.


Beach Club statt Biergarten


Das wichtigste kommt noch: „Obatzda im Biergarten. Das ist einfach ein anderes Lebensgefühl, auch wenn ich hier schon guten Obatzda gegessen habe.“ Dabei sei ein Besuch im Biergarten oder im Beach Club nicht vergleichbar. „Ich würde – manche machen es bestimmt – nie Urlaub im Biergarten machen. Aber an der Elbe“, nennt Varga-Schicht einen großen Vorzug ihrer neuen Heimat. „Ich bin gern mit meinen Kindern an der Elbe. Buddeln und Planschen ist wie ein Tag Urlaub, auch wenn es nur ein paar Stunden sind“, sagt die Tourismusmanagerin. Ein weiterer Vorteil des Nordens, den sie auch anderen Menschen in der Republik nahe bringen will: „Ich glaube, es gibt nichts Faszinierenderes, als in Wedel oder Hetlingen an der Elbe zu sitzen und die riesigen Containerschiffe ziehen vorbei.“ Und auch das kühle nordische Wetter habe sie bisher anders erlebt: „In München jagen sie derzeit jedem Sonnenschein hinterher. In den vergangenen zwei Jahren war das Wetter hier immer besser als im Süden.“

Vor allem Tages- und Radtouristen würden die Region als Ausflugsziel nutzen. Aber auch Hamburgbesucher, die ruhiger wohnen wollen, würden in Marsch und Geest übernachten. „Da sind viele dabei, die wiederkommen“, sagt Varga-Schicht. Um die verschiedenen Ausflugsangebote besser zu vernetzen, will sie den Verein für mehr Mitglieder öffnen, um den Austausch zu fördern. „Wir können dann in unserem Netzwerk entsprechende Ansprechpartner vermitteln“, hofft Varga-Schicht. Doch gelte das nicht nur für den Besuch aus Bayern: „Wir wollen auch, dass die Bürger von Marsch und Geest wahrnehmen, dass jemand als kompetenter Ansprechpartner hier vor Ort ist.“ Ihre Bilanz nach drei Jahren in Deutschlands nördlichstem Bundesland: „Im Süden könnte es nicht besser sein.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen