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30 Jahre : Eine Modell-Kita feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Kindergarten an der Wittekstraße gehört Inklusion zum Alltag. Sommerfest mit Clown Mücke.

Pinneberg | Über die Vor- und Nachteile der Inklusion diskutieren Eltern, Pädagogen und Politiker seit Jahren mit großer Leidenschaft. Für die Pinneberger Kindertagesstätte Wittekstraße der Lebenshilfe ist das Thema jedoch längst ein alter Hut. Dort spielen und lernen Kinder mit und ohne Behinderung seit den 1980er Jahren gemeinsam. „Wir setzen schon seit Jahrzehnten um, was eine UN-Konvention erst seit 2009 fordert“, sagt Hartmut Brodersen. Der Leiter der Lebenshilfe-Kindertagesstätte in Appen-Etz begleitet auch die Entwicklung der Einrichtung in Pinneberg seit dem Start im Jahr 1987.

Ihr 30-jähriges Bestehen feiert die Kita an der Wittekstraße 64 nun am Sonnabend, 17. Juni, von 14 bis 17    Uhr mit einem großen Sommerfest. Mooncar-Parcours, Auftritte von Clown Mücke, eine Schatzsuche, Schminken – vor allem die kleinen Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen sowie Waffeln und Saft. Führungen ermöglichen Erwachsenen, Näheres über die Einrichtung zu erfahren. Jeder ist bei dem Sommerfest willkommen. „Wir würden uns freuen, wenn auch viele Ehemalige vorbeischauen“, so Brodersen.

Zu den Gästen werden außerdem Landrat Oliver Stolz und Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) gehören. Eine Fotoausstellung informiert die Besucher über die bewegte Geschichte der Kita. Die war ihrer Zeit bei der Eröffnung weit voraus. „Wir wollten von Anfang an eine Modell-Kita für alle Kinder sein“, betont Brodersen.

Los ging es 1987 mit 26    Jungen und Mädchen. Inzwischen sind es 30. Ihnen stehen zehn Räume auf drei Etagen sowie ein Spielplatz mit Schaukel, Rutsche, Wasserspiel, Klettermöglichkeiten und allem was dazu gehört, zur Verfügung. Die Zusammensetzung der beiden Gruppen ist gesetzlich geregelt.

Jeweils elf nichtbehinderte und vier Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen werden gemeinsam betreut. Um sie kümmern sich vier Erzieher und Heilpädagogen sowie drei zusätzliche Kräfte. Bällebad, Atelier und Werkraum im Untergeschoss, Küche- und Gruppenräume im Erdgeschoss, Räume für kreatives Spielen im Obergeschoss – so ist garantiert, dass auf allen Etagen etwas los ist.

„Inklusion ist für uns schon lange Normalität“, sagt Angelika Zoddel, kommissarische Leiterin der Kita Wittekstraße. Bemerkenswert ist aus ihrer Sicht weniger, dass behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam spielen und lernen, sondern eher der enorme Zusammenhalt zwischen Eltern, den Kleinen und dem Kita-Team. Für Zoddel und Brodersen ist die Inklusion auch eine Herzensangelegenheit. Das unkomplizierte Miteinander von behinderten und gesunden Kindern sei jedoch in der Gesellschaft noch keine Selbstverständlichkeit, betonen sie. Wirkliche Inklusion würde bedeuten, dass die Kita-Anmeldungen ohne weiteres möglich sind, so Brodersen. Das sei allerdings nicht der Fall. Eltern können ihren Nachwuchs nicht problemlos in die Lebenshilfe-Kitas nach Appen-Etz oder Pinneberg schicken. Vorher muss der Kreis anerkennen, dass die Kinder eine Behinderung haben und die Kitas mit der Betreuung beauftragen.

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