Schäferhof in Appen : Eine Million Euro für ein Holzheizwerk

Geben mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für die Bauarbeiten eines Holzheizwerks: Bodo Schröder, Rainer Adomat, Gerhard Sonntag, Michael Behrens und Jörn Lindner.
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Geben mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für die Bauarbeiten eines Holzheizwerks: Bodo Schröder, Rainer Adomat, Gerhard Sonntag, Michael Behrens und Jörn Lindner.

Schäferhof in Appen investiert etwa eine Million Euro in ein Holzheizwerk. Zirka 95.000 Liter Heizöl sollen gespart werden.

shz.de von
24. Juli 2015, 12:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Schäferhof in Appen möchte seine Heizung in Zukunft autonom betreiben. Derzeit wird auf dem Gelände ein neues Holzhackschnitzelheizwerk gebaut, das am 6. Dezember seinen Betrieb aufnehmen soll. Auf diesen Termin hoffen jedenfalls Schäferhof-Geschäftsführer Rainer Adomat und der Ingenieur Hans-Peter Zwoch, wie sie gestern während eines Pressegesprächs mitteilten. „Wir brauchen am Nikolaustag dann keinen Stiefel aufzustellen, sondern uns einfach nur ins Warme zu setzen“, sagte Bodo Schröder, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie Schäferhof.

Die Idee zu der neuen Holzhackschnitzelheizung sei vor zirka drei Jahren entstanden, sagte Adomat. Seit März 2014 werde das Projekt geplant, vor wenigen Tagen begannen die Bauarbeiten auf dem Gelände und im Winter soll die Heizung mit der neuen Anlage betrieben werden.

Die Kosten für deren Errichtung betragen zirka eine Million Euro. „Wir gehen davon aus, dass sich die Anlage durch ihren Betrieb selbst finanziert“, sagte Adomat. Denn derzeit gebe der Schäferhof jährlich etwa 65.000 Euro für Heizöl aus, für den Betrieb des Holzheizwerks hingegen sei auf dem Gelände des Schäferhofs alles vorhanden.

„Wir werden Jäger und Sammler“, sagte Michael Behrens, Geschäftsführer der Lebenshilfe Südholstein, die Teile des Geländes pachtet. Holz, das im Winter verheizt werden kann, sei ausreichend vorhanden: 15 Hektar Waldfläche sowie ein zehn Kilometer langes Knicknetz gehören laut Adomat zum Schäferhof.

Anlage bietet neue Arbeitsmöglichkeiten

Der Betrieb der Anlage auf dem Schäferhof biete zudem noch einen weiteren Vorteil. „Wir haben hier derzeit 80 Werkstattplätze, und unser Ziel ist es, für Menschen mit Behinderung oder geringer Qualifikation mehr Arbeit zu schaffen“, sagte Adomat. Dies könnte künftig etwa das Pflanzen neuer Gehölze sein oder das Nachputzen von Holzstücken, die in der Maschine nicht richtig zerhäckselt wurden.

Zwoch, der für die technische Planung des Projekts verantwortlich ist, geht davon aus, dass für den Betrieb der Heizanlage jährlich etwa 2000 Kubikmeter Holz benötigt werden – 60 Prozent davon sollen von den Knicken und Waldflächen kommen, 40 Prozent sollen Abfallprodukte der drei holzverarbeitenden Betriebe sein, die auf dem Gelände des Schäferhofs ansässig sind.

Behrens erläuterte, dass bei der Planung ein Konzept erstellt worden sei, um sicherzustellen, dass immer genug Holz vorhanden sei, mit dem die Gebäude beheizt werden können. „Notfalls können wir weitere Pappeln oder Weiden anbauen“, sagte er. Dies könne dann nötig werden, wenn ein neues Gebäude hinzukommen sollte.

Adomat wies zudem auf die Klimafreundlichkeit des Holzheizwerks hin. „Die Anlage führt zu einer Einsparung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid von zirka 300 Tonnen jährlich. Das entspricht dem Ausstoß von etwa 2,6 Millionen gefahrenen Pkw-Kilometern“, sagte er.

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