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Pinneberger Tageblatt

23. Juni 2017 | 00:31 Uhr

Eine Kindheit in der Gärtnerei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Serie Frauen und Heimat Eva-Maria Dieckmann ist wie ihre Vorfahren eng mit dem Baumschulleben verbunden

Eva-Maria Dieckmann (60) sucht zwischen Stauden, Kräutern und Gehölzen nach einer Herbstaster für ihre Kundin. Mit dem Züchten von Pflanzen ist sie seit ihrer Kindheit vertraut. Bereits ihr Vater, ein gebürtiger Rellinger führte die von den Großeltern gegründete Baumschule in bewährter Tradition fort. „Vorgänge wie Aussäen und Pflanzen sind für mich mit dem Gefühl Heimat eng verknüpft“, erläutert Dieckmann. Es ist ihr wichtig, dass „Menschen das Gelände von Umwelthaus und Gärtnerei besuchen und sich hier wohl fühlen“.

Die Rellingerin porträtierte ihre Mutter Elise sowie ihre Großmutter Christiane in der Broschüre „Frauen in Rellingen Vom 19. Jahrhundert bis heute“. Der Bericht über ihre Großmutter erschien bereits in der ersten Auflage der Broschüre, in der zweiten, aktuell erhältlichen Neuauflage stellte sie zudem ihre verstorbene Mutter Eva-Maria Dieckmann vor.

Was für die Rellingerin der Begriff Heimat bedeutet? „Die mir gehörende Baumschulfläche hat viel mit dem Thema zu tun“, erläutert die Inhaberin der an der Tangstedter Chaussee gelegenen Gärtnerei Trifolia. Dieckmann genoss dort, gemeinsam mit zwei Geschwistern, Kindheit und Jugend. Der Gemeinde fühlt sie sich auch infolge von früheren Beziehungen zu Schulfreunden und den damit verbundenen schönen Erinnerungen zugehörig.

Der von Dora Beckmann aufgebauten Rellinger Frauentreff nimmt im Leben von Eva-Maria Dieckmann ebenfalls einen wichtigen Stellenwert ein. Sie stellte mit den Frauen der Gemeinde und speziell der Gruppe „Frauen und Heimat“ zahlreiche Projekte auf die Beine. „Wir sind keine Klatsch- und Tratsch-Truppe“, sagt Dieckmann. Zwischen den Frauen untereinander bestünde eine tolle Vertrauensbasis. „Unsere Projekte und Themen sind breit gefächert“, erläutert sie. Sei reichen von Kontaktanbahnungen zu Flüchtlingsfrauen bis hin zu regen Diskussionen über Werte und deren Verfall in der heutigen westlichen Gesellschaft. „Bei den Treffen in der Projektgruppe ist mir erst bewusst geworden, was Heimat für mich bedeutet.“

Ziele für die Zukunft? „Ich würde mir wünschen, dass der Bauboom in Rellingen aufhört“, sagt Dieckmann. Gewerbeeinnahmen seien zwar bedeutsam. Doch der Charakter von Rellingen als Naherholungsgebiet müsse erhalten bleiben.

Die Entwicklung in der Gemeinde beobachtet sie mit Sorge. „Die Grundstücke hier werden immer kleiner und die Gemeinde sorgt nicht dafür, die Grünflächen zu erhalten“, bedauert sie.

Für ihre Mutter Elise (1922-2012) lag die Heimat in den ersten zwei Jahrzehnten ihres Lebens in Staufenberg im Schwarzwald. Doch nachdem Verwandte und Freunde verstarben, sei Rellingen zur ausschließlichen Heimat geworden. „Meine Mutter war eine kontaktfreudige Frau“, erinnert sich Dieckmann. Der im Alter von 90 Jahren verstorbenen Elise sei es gelungen, einen großen Bekanntenkreis aufzubauen. Die harte Arbeit in der Baumschule, Pflichten im Haus und das Familienleben mit den Kindern bestimmten ihr Leben.







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