Eine Kammer mit allen Größen

Im Einsatz für Bedürftige: Das Team der Kleiderkammer Prisdorf unter Leitung von Elisabeth Hans (Zweite von Links hinten) und Annelene Bremer (vorn, Mitte).
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Im Einsatz für Bedürftige: Das Team der Kleiderkammer Prisdorf unter Leitung von Elisabeth Hans (Zweite von Links hinten) und Annelene Bremer (vorn, Mitte).

Ehrenamt Neun Freiwillige kümmern sich beim Prisdorfer Roten Kreuz um Kleidung für Menschen, die sich wenig leisten können

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02. März 2017, 00:00 Uhr

Ob groß, ob klein, ob Mann ob Frau – in der Kleiderkammer des Prisdorfer Ortsverbands des Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist für jeden das Passende zu finden. Seit 1983 gibt es die Einrichtung und die Nachfrage ist nach wie vor vorhanden. „Es darf jeder kommen. Der Rentner mit der kleinen Rente, Flüchtlinge, aber auch alleinerziehende Eltern“, sagt Annelene Bremer, die gemeinsam mit Elisabeth Hans den Betrieb der Einrichtung ehrenamtlich managt.

Insgesamt neun Freiwillige – drei Männer und sechs Frauen – packen an, wann immer es nötig ist. Dies ist weit öfter der Fall als nur bei der Ausgabe am jeweils ersten Donnerstag des Monats. „Einmal in der Woche leeren die Gemeindearbeiter unsere Sammelcontainer am Dahl und im Hauen“, sagt Hans. Sobald diese im DRK-Haus auf dem Gelände der Großstadtmission ankommen, geht die Arbeit für das Kleiderkammerteam los. Die Sortierung und Sichtung der Kleiderspenden nimmt einen großen Teil der Zeit der Ehrenamtlichen in Anspruch und hält manchmal leider auch unschöne Überraschungen bereit. „Oft finden wir Hausmüll in den Sachen“, sagt Bremer. Das sei entwürdigend und außerdem könne dann der Großteil der Kleidung entsorgt werden, da diese verdreckt würden.

„Am Besten wird saubere und heile Kleidung in einen blauen Sack gepackt, der gut verschlossen wird“, sagt Bremer. So wird die Kleidung auch nicht nass. „Die Container sind nicht ganz dicht“, sagt die Anpackerin. Die erste Sortierung übernimmt Hans gemeinsam mit einer Handvoll Freiwilligen. „Wir gucken immer, wie viel zu tun ist und holen uns dann Hilfe dazu“, sagt sie. Dabei geht es beim Sortieren um viel mehr als heil und sauber. Denn die Kleidung muss auch ins Sortiment passen. „Es nützt uns nichts, wenn wir 20-mal dieselbe Größe hängen haben“, erläutert Bremer. Auch müsse es Kleidung sein, die die Kunden noch anziehen würden. Schließlich sei der Platz in dem Bungalow, der mit dem Jugendrotkreuz geteilt wird, begrenzt. All zuviel Lagerraum besteht nicht. Daher heißt es zweimal im Jahr auch: Saisonwechsel. Winterkleidung, die keinen neuen Besitzer gefunden hat, wird im Frühjahr aussortiert und in die Altkleidersammlung gegeben, damit Platz für Sommerkleidung da ist.

Der Abgabetag ist immer gleich organisiert. Viele der Kunden kommen bereits deutlich vor der Öffnungszeit. Für sie stehen draußen vor der Tür ausgemusterte Kinderwagen mit Schals, Socken und ähnlichen kleinen Dingen. „Das kann so mitgenommen werden,“ sagt Hans. Um 15 Uhr wird dann die Tür zu dem Bungalow geöffnet und die Männer und Frauen werden hereingelassen. Im ersten Raum, dem größten der Kleiderkammer, sind feinsäuberlich Damen- und Kinderkleidung aufgehängt. In einem Nebenraum hängt die Herrenmode. Heißbegehrt: Jacken. Auch Gardinen und Bettwäsche finden neue Besitzer. Die Kunden dürfen in Prisdorf selbst aussuchen, was und wie viel sie mitnehmen. Kostenlos wird die Kleidung jedoch nicht abgeben. „Wir bitten um Spenden für den Unterhalt der Kleiderkammer. Wie hoch die Spenden sein sollte, hängt immer davon ab, was und wieviel mitgenommen wird“, sagt Bremer. Morgen von 15 bis 17 Uhr wird die Kleiderkammer geöffnet – für das Team bedeutet das Arbeit, aber auch Geselligkeit. „Die Atmosphäre hier ist gemütlich und fröhlich“, sagt Hans. Die meisten Kunden kenne man und es herrsche ein angenehmes Miteinander. Bremer und ihr Team freuen sich drauf: „Wir sind Kleiderkammerfrauen durch und durch.“

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