Eine Institution in Halstenbek

Tamara Böhning und Klaus Hohenstein aus dem Vorstand des Halstenbeker Kulturkreises halfen mit, das Dreisäulenmodell Neujahrsgala-Jazzfrühschoppen-Weihnachtslesung zu etablieren.  Fotos: Frauke Heiderhoff
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Tamara Böhning und Klaus Hohenstein aus dem Vorstand des Halstenbeker Kulturkreises halfen mit, das Dreisäulenmodell Neujahrsgala-Jazzfrühschoppen-Weihnachtslesung zu etablieren. Fotos: Frauke Heiderhoff

Kulturkreis der Gemeinde organisiert regelmäßig Veranstaltungen / Viele Ehrenamtler halten die Organisation am Laufen

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01. August 2018, 16:00 Uhr

Wirtschaft, Kultur, Freizeit – in unserer Serie „Liebenswertes Halstenbek“ stellen wir unterschiedliche Aspekte des Halstenbeker Lebens vor. Heute: der Kulturkreis Halstenbek.

Neujahrsgala, Jazzfrühschoppen und Weihnachtslesung erfreuen sich bei den Halstenbeker Bürgern starker Beliebtheit. Die Mitglieder des seit 1990 bestehenden Kulturkreises Halstenbek initiieren schon seit 28 Jahren Veranstaltungen in der Gemeinde. Die Events haben sich etabliert. Immer mehr Menschen aus der Region lassen sich Lesungen und Konzerte nicht mehr entgehen. Die ausverkaufte Neujahrsgala im Wolfgang-Borchert-Gymnasium besuchten im vergangenen Jahr 476 Klassikfreunde. Die Events Jazzfrühschoppen im Baumschulmuseum und Weihnachtslesung verzeichnen ähnlich viele Besucher.

Der Kulturkreis bietet inzwischen pro Saison zwischen acht und neun Veranstaltungen an. „Mit unseren Events leisten wir einen bedeutenden Beitrag zu einem liebenswerten Halstenbek“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Klaus Hohenstein. Veranstaltungen seien seit Jahren ausverkauft. Etwa 480 Mitglieder gehören dem Verein an.

Die Einrichtung gründete sich, nachdem die Halstenbeker sich verstärkt dafür aussprachen, kulturelle Events vor Ort zu initiieren. Die Bürger wünschten sich, jungen Künstlern ein Forum bieten zu können. Der damalige Bürgermeister Bruno Egge sowie Bürgervorsteher Dieter Birnkraut luden kulturinteressierte Halstenbeker ein, das weitere Vorgehen zu besprechen. „Die musikalisch stark interessierte Familie Birnkraut setzte sich sehr ein“, erinnerte die Vorsitzende Tamara Böhning. Gesa Birnkraut hielt einen Vortrag in der Drostei. Die auf Kultur-Wirtschaftsmanagement spezialisierte Tochter des Bürgervorstehers gab interessante Anregungen für die Umsetzung des Projekts.

Mit Ausstellungen eröffnete der Kulturkreis das Programm. Doch der Aufwand erwies sich als immens. Die Veranstaltungen brachten zudem kaum Einnahmen. Die Mitglieder begannen, ihren Fokus mehr auf die Bereiche Musik, Literatur und Theater zu richten. Joachim Hartig, Helen Jones-Kerby, Frank Lundbeck und Volker Deising engagierten sich in den ersten Jahren maßgeblich in der ersten Reihe. Deising gelang es, den damaligen ersten Solocellisten der Hamburger Symphoniker, Valeri Krivoborodov, als Vorstandsmitglied zu gewinnen. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern trug er dazu bei, die Qualität angebotener Musik- sowie anderer Veranstaltungen zu verbessern.

Deising und Krivoborodov setzten ihre Neujahrsgala-Idee mit den Hamburger Symphonikern 2004 erstmals um. Fast 500 Menschen besuchen die Veranstaltung inzwischen in jedem Jahr. Tamara Böhning entwickelte zudem ein Konzept für Jazzveranstaltungen im Baumschulmuseum.

Die Event-Vorbereitungen sind mit vielen Erinnerungen verknüpft. Für den Thaliaschauspieler Manfred Steffen galt es, einen plüschigen Ohrensessel, eine Flasche Wein und eine Rauch-Gelegenheit zu organisieren. Wie Künstler Steffen hatten die für die Weihnachtslesungen engagierten Schauspieler Peter Striebeck und Ulrich Pleitgen einen Halstenbeker Fanclub. Doch auch wenn Tamara Böhning und Klaus Hohenstein die Historie des Kulturkreises als Erfolgsgeschichte bezeichnen, gab es zeitweise auch Unstimmigkeiten. Einige Mitglieder sprachen sich dafür aus, Events für einen ausgewählten Kreis zu organisieren. Veranstaltungen von einer Größenordnung, wie beispielsweise der Neujahrsgala, schienen undenkbar.

Hohenstein und Böhning wissen es inzwischen zu schätzen, nicht mehr persönlich die Gläser zu spülen. „Wir sind professionell aufgestellt und bezahlen Hilfskräfte“, erläutert die Vorsitzende. Die Zukunft betreffend, hofft der Vorstand, weitere engagierte Mitglieder zu finden. „Bestimmte Veranstaltungen sind aus Halstenbek nicht mehr wegzudenken“, betont Böhning. Doch die Angebote können nur mit Hilfe des Einsatzes von engagierten Ehrenamtlern am Leben erhalten werden.

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