Pinneberg : Eine Familie im Theater-Rausch

Eine Theaterfamilie schwelgt in Erinnerungen: Anja und Gerda Nadler (von links vorne), Anja und Heike Nadler-Groth, Sohn Christopher sowie Lorenz Groth (hintere Reihe).
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Eine Theaterfamilie schwelgt in Erinnerungen: Anja und Gerda Nadler (von links vorne), Anja und Heike Nadler-Groth, Sohn Christopher sowie Lorenz Groth (hintere Reihe).

Die Nadlers: Drei Generationen prägen seit 1981 die Inszenierungen des Theatervereins „Pinneberger Bühnen".

shz.de von
21. Oktober 2013, 12:00 Uhr

Drei Generationen Nadler wirken seit 1981 ununterbrochen bei den „Pinneberger Bühnen“. Die bei der traditionsbehafteten Laienbühne agierenden Schauspieler fasziniert dabei Pflege und Erhalt der plattdeutschen Sprache. Doch auch die sonstigen Facetten der Schauspielerei sind für das jahrzehntelange Engagement der Familie ausschlaggebend.

„Mit meinem Vater fing 1980 alles an“, beginnt Anja Nadler (48) zu erzählen. Ihre Eltern waren damals im Pinneberger VfL-Heim als Gastronomen tätig. Regisseur Günther Jensen stellte bei einem Abendessen fest, dass Reinhard Nadler sowohl die plattdeutsche als auch die polnische Sprache beherrschte. Glückstreffer: Der Familienvater spielte sogar die für das Stück erforderliche Trompete. Erstmals engagiert wurde er für das Stück „Mudder war die Beste“.

„Ich war Feuer und Flamme“, erinnert sich dessen damals 16 Jahre alte Tochter Anja. Noch im gleichen Jahr wie ihr Vater habe sie das schauspielerische Gesamtpaket beansprucht. Der Landesverband der Amateurtheater Schleswig-Holstein bot damals wie heute „tolle Seminare“. „Mir geht es darum, Zuschauern mit größtmöglichen Eigennutz etwas zu präsentieren, wo sie sich stundenlang amüsieren können“, so die Exportkauffrau.

Mutter Gerda Nadler begann 1982 mit der Schauspielerei. „Ich habe richtig losgelegt“, erzählt die 76-Jährige. Bis heute hat die Rentnerin bei 220 Aufführungen mitgewirkt. Insgesamt 48 Vorführungen absolvierte sie auf der Profibühne. „Es war für mich einmalig neben Größen wie Claus Wilke und Peter Heinrich-Bricks zu spielen“, so die 76-Jährige. Neben ihrem schauspielerischen Engagement hat Nadler an Schulen unentwegt plattdeutsch unterrichtet. Anjas ältere Schwester Heike Nadler-Groth begann 1986 mit dem Theaterspielen.

Erste Stücke: „Dat Herrschaftskind“. 1989 funkte es auf der Pinneberger Bühne zwischen ihr und Lorenz Groth beim Schauspiel „Fischer Straat 15“. Groth fungierte dort als jugendlicher Liebhaber. „Es war mir im Stück eine andere Dame zugedacht, doch ich habe mich für Heike entschieden“, erinnert sich der 54-Jährige.

Die dritte Generation war 1999 mit Nadler-Groths Sohn Christopher präsent. „Theater war um mich rum, solange ich denken kann“, erinnert sich Christopher. Er habe die „Schauspielerei hochinteressant gefunden“ und sei „daran hängengeblieben“. Auch Schwester Julia (19) und Cousin Maximilian (18) verfielen der darstellenden Kunst.

Hauptberuflich gehen die Nadlers Tätigkeiten nach wie Kaufmann, Fremdsprachenkorrespondent und Student. „Das Armutsrisiko als Schauspieler ist zu hoch“, erläutert Nadler-Groth.

Anforderungen an Bühnenbild und Schauspiel seien unverändert. „Herausforderung heute bleibt aber bei der Stück-Auswahl den Nerv der Zeit zu treffen“, bilanziert Nadler-Groth.


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