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Kreiskulturwochenende : Eine erste positive Bilanz

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kultur Organisatoren und Teilnehmer ziehen eine erste positive Bilanz. 2017 steht im Zeichen des Drosteigeburtstags.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | „Ich bin glücklich“, sagte Elke Ferro-Goldstein, Vorsitzende des Kreiskulturverbands Pinneberg, am Montag als Bilanz für das Kreiskulturwochenende. An 49 Veranstaltungsorten wurden Bilder ausgestellt, es wurde gelesen, zum Mitmachen aufgerufen und viel über Kunst geredet und diskutiert. „Es war ein toller Einblick in das vielfältige künstlerische Schaffen im Kreis“, sagte Ferro-Goldstein. Sie hatte Freitag per Auto einige Stationen angefahren, die bereits am ersten Tag geöffnet hatten. Sonnabend und Sonntag begleitete sie die beiden Bustouren mit jeweils etwa 20 Teilnehmern, die jeweils sechs Stationen anfuhren. „Dadurch habe ich weniger gesehen als vor zwei Jahren. Da waren es mehr als 40 Orte, die ich besucht habe“, sagte sie. Eines sei an allen Orten gleich gewesen: „Die Stimmung war gut, egal wohin man kam.“

„Das Konzept, dass jeder Besucher alles anfassen und ausprobieren kann, ist voll aufgegangen“, freute sich der Hetlinger Steampunk Fritz Eckert, der als Aeon Junophor sein „Dampfkraftlabor“ im Wedeler Möller Technicon präsentierte. Dazu hatte er auch andere Szenemitglieder eingeladen, die in Kleidung des viktorianischen Zeitalters und mit ihren futuristisch anmutenden Gerätschaften in die Rolandstadt gekommen waren. „Das Team des Technicons hat mich total überrascht. Ich bin begeistert, wie intensiv sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, freute sich Eckert.

Karen Knickrehm stellte in ihrem Atelier Glasperlen für Ketten und Schmuckstücke her.
Karen Knickrehm stellte in ihrem Atelier Glasperlen für Ketten und Schmuckstücke her. Foto: Fröhlig

Sabine Weiß, Leiterin des Stadtmuseums Wedel, Gerhard Kuper von der Arbeitsgemeinschaft Industriegeschichte und andere Mitglieder des Technicons hatten sich passende Kleidung organisiert, diese mit Zahnrädern und anderen Utensilien aufgepeppt und kleine Schaltungen gebaut, die sie als Anhänger trugen. Besonders begeistert war Eckert von Kuper, der seinen Doktorhut und seinen Mantel, den er zur Promotion erhalten hatte, dem Steampunktstyle angepasst hatte. „Das war eine tolle Würdigung meiner Arbeit“, freute sich Eckert. Nach seiner ersten Ausstellung beim Kreiskulturwochenende bilanzierte der Hetlinger: „Der Aufwand hat sich gelohnt.“

Etwa 100 Besucher kamen Sonnabend ins Technicon. Für Eckert wird es nicht die einzige Ausstellung im Kreis Pinneberg bleiben. In diesem Jahr will er mit zwei anderen Steampunks in der Pinneberger Rathauspassage ausstellen und auch beim Jubiläum der Drostei könnte der Fan des viktorianischen Zeitalters eine Rolle spielen. „Die Leute sind ganz verzaubert aus dem Technicon herausgegangen“, stellte Weiß zufrieden fest. Außer der Ausstellung hatte für Kinder auch das Kinderlabor geöffnet, in dem sich die Nachwuchsforscher eigene Lautsprecher bauten.

Mitmachen war auch im Atelier Farbspiel in Holm gefragt. Jutta Urban erwartete die Besucher bereits vor ihrem Atelier. „Welche Farbe wollen Sie denn?“, fragte sie jeden Besucher. Mit den bemalten Schuhsohlen sollten die Gäste über eine Leinwand laufen. „Ich wollte die Spuren festhalten, die das Kreiskulturwochenende hinterlässt. Fußspuren kann man unendlich machen“, sagte Urban. Allerdings blieb die Anzahl überschaubar: „Wie erwartet waren es aufgrund des Wetters wenige Besucher, aber ich bin zufrieden.“

Margaret Röhrig zeigte an insgesamt acht verschiedenen Webstühlen die klassiche Webtechnik aus dem letzten Jahrhundert.
Margaret Röhrig zeigte an insgesamt acht verschiedenen Webstühlen die klassiche Webtechnik aus dem letzten Jahrhundert. Foto: Fröhlig
 

Margaret Röhrig von der Handweberei „Schafgarbe“ kam am Wochenende richtig ins Schwitzen. „Oma, kannst Du bitte weiterweben. So schnell wie du kannst“, forderte Enkel Jona (4). „Mein Sklaventreiber“, scherzte die 73-Jährige. Doch auch ihr Sohn Timothy Röhrig stand seinem Junior in Nichts nach: „Mit dem Tempo wärest Du zu Zeiten der Industrialisierung in Manchester nichts geworden.“ Die ehemalige Handarbeitslehrerin der Waldorfschule Elmshorn nahm es gelassen: „Die Stimmung ist definitiv besser als zu Zeiten der Industrialisierung.“ Und farbenfroher. „Viele weben nur schwarz-weiß. Ich liebe Farben. Da kann ich nicht widerstehen“, sagte Röhrig, die mit 56 Jahren ihre Ausbildung zur Webgeselling abschloss.

„Ich fand es super und bin total zufrieden“, bilanzierte die Rellinger Künstlerin Karen Knickrehm. In ihrem Atelier 48 zeigte sie, wie Glasperlen entstehen. Ihr Mann Sönke präsentierte seine Kunstobjekte im Garten und las aus der Anthologie „Ein Buch ist wie ein Garten“. Das nächste Kreiskulturwochenende ist bereits von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. Mai 2018, terminiert. „Nächstes Jahr planen wir eine große Veranstaltung zum Drosteigeburstag. Diese steht unseren Mitgliedern eine Woche lang zur Verfügung“, sagte Ferro-Goldstein. Nun beginne die Ideensammlung.

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