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Pinneberger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:23 Uhr

Eine Chance für den Nachwuchs

vom

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | 121 Mitgliedsbetriebe hatte Jürgen Schumann, Vorsitzender des Pinneberger Kreisverbands im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zur Kreisversammlung eingeladen. 14 kamen letztlich in das Restaurant "Im Winkel" nach Elmshorn. Dabei standen am Montagabend nicht nur Wahlen auf der Tagesordnung, sondern auch ein für die Zukunft der Branche wichtiges Thema: Die Vorstellung einer neuen Schulform für die gastronomische Nachwuchsförderung. Dazu war Udo Pfahl, Studiendirektor an der Beruflichen Schule (BS) Elmshorn zu der Veranstaltung gekommen.

"Berufsgrundbildungsjahr Gastgewerbe" heißt das Konzept, das Pfahl und seine Kollegen erarbeitet haben. Die Idee dazu stammt aus dem Kieler Bildungsministerium und entstand bei einem Besuch Pfahls in der Landeshauptstadt im März. Das Ziel ist eindeutig: Schüler und Schulabgänger, die eigentlich kaum Chancen auf einen Ausbildungsvertrag haben, sollen diese erhalten. "Wir wollen jungen Leuten Möglichkeiten eröffnen", so Pfahl. Das Grundbildungsjahr bietet hierfür Vollzeitunterricht in der BS sowie eine regelmäßige Mitarbeit in einem Kooperationsbetrieb. Konkret bedeutet das: In den ersten sechs Monaten sind die Teilnehmer vier Tage pro Woche in der Schule und einen Tag im Betrieb. Im zweiten Halbjahr ändert sich das Verhältnis hin zu drei Tagen Schule und zwei Tagen Betrieb. Bereits im September sollen die ersten Schüler starten. Als Unterrichtsfächer sind theoretische und praktische Fachkunde in Küche und Service, berufsbezogene Mathematik, Kommunikation, spezielle Wirtschaftslehre, Politik und Sport vorgesehen. Hinzu kommt berufsbezogenes Englisch, das mit einem Zertifikat bestätigt wird.

Den Schülern werden zudem Kenntnisse und Fertigkeiten in den Berufen der Gastronomie vermittelt. Im einzelnen sind dies Koch, Hotel- beziehungsweise Restaurantfachmann, Fachkraft im Gastgewerbe sowie für Systemgastronomie. "Nach erfolgreicher Beendigung des Jahres erfolgt eine lückenlose Übernahme ins zweite Ausbildungsjahr der regulären Ausbildung", erläuterte Pfahl. Zudem ist der Erwerb des Haupt- und Realschulabschlusses möglich.

Schumann sowie die anwesenden Dehoga-Mitglieder zeigten sich überzeugt von dem Konzept. "Es ist eine große Chance für Menschen, die nicht so gut in der Schule sind", sagte Hannes Grabau vom Wedeler Theaterschiff Batavia.

Klassische Aufnahme vorraussetzungen für das Berufsgrundbildungsjahr gibt es übrigens nicht. Außer einer "positiven Grundhaltung zu flexiblen Arbeitszeiten" sollten Bewerber laut Pfahl insbesondere Freude an der Gastronomie und am Umgang mit Menschen, Teamfähigkeit, Freundlichkeit, Leistungsbereitschaft sowie Spaß an der Zubereitung von Speisen und Getränken mitbringen. Anmeldungen sind über das Büro der Beruflichen Schule Elmshorn möglich.

Schumann ging am Montagabend auch auf die organisatorische Situation des Kreisverbands ein. Nachdem jüngst der Wedeler Ortsverband aufgelöst werden musste, gibt es nur noch in Elmshorn und auf Helgoland lokale Vertretungen. "Es wird immer schwieriger ehrenamtliche Leute zu finden", sagte Schumann. Organisatorisch wird ein Ortsverband nach der Auflösung an den Kreisverband angegliedert. "Der Trend geht dahin", so Schumann.

Ein weiteres Thema war der Kreisteller, den es nach der Premiere in 2012 auch in diesem Jahr wieder geben wird. Dabei bietet jeder Gastronom zu einem einheitlichen Preis einen eigenen Teller, vornehmlich mit Produkten aus der Region an. Schumann hofft, dass die Zahl von elf teilnehmenden Betrieben im Vorjahr gesteigert werden kann. www.dehoga-pinneberg.de

www.bs-elmshorn.de

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