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Kriminalstatistik für den Kreis Pinneberg : Einbruchszahlen 2014 gesunken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zunahme beim Straßenraub, aber weniger Einbrüche. Die Entwicklung der Straftaten im Kreis Pinneberg verlief im vergangenen Jahr recht unterschiedlich.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2015 | 15:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Im Kreis Pinneberg zählte die Polizei 2014 mit 20.355 Straftaten etwas weniger Taten als im Vorjahr. Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg sagte: „Der Abnahmetrend der vergangenen Jahre setzt sich hier, wenn auch etwas verlangsamt, erfreulich fort.“

Die Wahrscheinlichkeit, im Kreis Pinneberg Opfer einer Straftat zu werden, bemisst sich an der sogenannten Häufigkeitszahl (Zahl der Staftaten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner). Diese liegt mit 6757 erneut unter dem Landesdurchschnitt von 7184. Besonders schlecht ist die Sicherheitslage in Neumünster (16972). Im Kreis Pinneberg liegt Elmshorn (9493) erneut ganz vorn in Sachen Kriminalität, gefolgt von Pinneberg (8993) und Uetersen (7808). Vergleichsweise sicher leben die Menschen in Halstenbek (5258) und Rellingen (4295). Von den 20.355 Straftaten konnten die Fahnder 9716 aufklären. 7488 Tatverdächtige gingen ihnen dabei ins Netz, 170 mehr als 2013. Die Kriminellen richteten 2014 im Kreisgebiet einen Gesamtschaden von fast 40 Millionen Euro an.

Mit 43,1 Prozent aller registrierten Straftaten dominierten auch 2014 die Diebstähle (8782 Fälle) die Kriminalstatistik quantitativ. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging um 168 auf 673 zurück. Davon entfielen 212 Fälle (2013: 299) auf Tageswohnungseinbrüche, die somit sogar um 30 Prozent zurückgegangen sind. „Ganz offensichtlich haben die erheblichen Anstrengungen aller Dienststellen somit nicht nur einen weiteren Anstieg verhindern, sondern eine Reduzierung auslösen können“, sagte Ingo Minnerop. „Die Kollegen vor Ort haben sich sehr engagiert eingesetzt. Aber personell sind wir hart an der Grenze“, machte er deutlich. Görs appellierte an die Bürger, keine Scheu zu haben, die Polizei unter der Nummer 110 anzurufen, wenn etwas Verdächtiges bemerkt werde. „Ein aufmerksamer Nachbar ist auch Einbruchschutz. Wir sind auf Hinweise und Hilfe der Bevölkerung angewiesen“, sagte Görs.

 

Die Schwerpunkte der Einbrecher liegen entlang der Hauptverkehrsachsen, im Kreis Pinneberg die A23 und die A7. Einbrüche würden meist von Banden begangen, die aus Hamburg anreisen, so Minnerop. „Überwiegend haben wir es in diesem Bereich mit Nichtdeutschen zu tun“, erläuterte er.

Insgesamt stellte die Polizei im vergangenen Jahr eine „deutliche Zunahme“ des Anteils von nichtdeutschen Tatverdächtigen bei den Straftaten auf 23,2 Prozent fest. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung des Kreises Pinneberg liegt unter zehn Prozent.

Einen ungewöhnlichen Fall mussten die Beamten bei den 13 „Straftaten gegen das Leben“ bearbeiten. Ein Mann aus dem Raum Pinneberg gestand, vor 30 Jahren seine Frau getötet zu haben. Zur Anklage kam es nicht. Der Mann verstarb.

 

148 Sexualdelikte wurden 2014 registriert, 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Knapp 80 Prozent konnten aufgeklärt werden. Von den 2761 (61 weniger als 2013) sogenannten Rohheitsdelikten, Raub und Körperverletzungen, Bedrohung und Freiheitsberaubung, wurden sogar 90 Prozent aufgeklärt.

Einen starken Anstieg von 45 auf 74 Delikte gab es beim Straßenraub. „Raub und insbesondere Straßenraub wird durch Jugendkriminalität dominiert“, sagte Minnerop. Nachdem sich die Polizisten mehrere Jahre nacheinander über einen Rückgang bei der Jugendkriminalität gefreut hatten, stieg die Zahl der Tatverdächtigen wieder um 150 an. Jugendtypische Delikte waren Raub (61 Prozent der Täter unter 21 Jahren), Sachbeschädigung (42 Prozent unter 21) und Körperverletzungen (24 Prozent unter 21). Zugenommen haben die Übergriffe auf Polizisten. 255 Polizisten wurden 2014 Opfer von Bedrohungen, Nötigungen oder Körperverletzungen. „Das macht uns Sorge“, sagte Görs.

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