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Kreis Pinneberg : Einbrecher werden immer dreister

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hanfried Kimstädt aus Tornesch erhielt einen mysteriösen Anruf. Er vermutet: Einbrecher wollten sich über seine Lebensumstände informieren

Montagmorgen, 9.30 Uhr: Bei Hanfried Kimstädt, Vorstandsmitglied des Kreiskulturverbands, klingelt der private Festnetzanschluss. Ein Blick auf die Displayanzeige und Kimstädt weiß: „Das Gespräch kommt aus dem Ausland“. Als er dann eine Frau an der Leitung hat, die behauptet, eine Verbraucherumfrage zu machen, wird Kimstädt stutzig: „Marktforschung von einer ausländischen Nummer? Das konnte ich mir nicht vorstellen.“

Fragen nach Vorlieben und Wohnsituation

Im folgenden Gesprächsverlauf sei Kimstädt dann auch „ziemlich kurz angebunden“ gewesen. Die Frau habe ihn gefragt, ob er gern Wein trinke und wie er wohne. „Ich habe ihr geantwortet, dass ich hier zusammen mit meinen drei Brüdern und zwei Hunden lebe“, sagte Kimstädt im Gespräch mit dieser Zeitung.

Sobald Kimstädt aufgelegt hatte, habe er im Internet recherchiert, von wem die Telefonummer stammt, die ihn angerufen hatte. Dabei sei er auf Einträge gestoßen, die ihn vermuten ließen, dass mit Anrufen von dieser Nummer ausspioniert werden soll, ob sich der angerufene Haushalt für einen Einbruch eignet. „Die Anruferin hat gezielt nach meinen Vorlieben und Lebensumständen gefragt“, sagte Kimstädt. So habe sie Beispielsweise wissen wollen, wieviele Personen in Kimstädts Haushalt leben, ob diese berufstätig sind und ob sie Haustiere halten. „Ich würde jedem empfehlen anzugeben, dass man gemeinsam mit einer Hundertschaft im Haus lebt, Kampfhunde in der Wohnung hält und im Garten Gänse leben“, sagte Kimstädt.

Da Kimstädt selbst hauptsächlich durch die Auslandsvorwahl skeptisch geworden sei, beschloss er, andere Menschen vor diesen Anrufen zu warnen. Schließlich gebe es auch seriöse Marktforschungsinstitute und nicht jeder schaue so genau aufs Telefondisplay.„Nachdem ich herausgefunden hatte, was es wahrscheinlich mit dieser Nummer auf sich hat, habe ich einen Text verfasst, ausgedruckt und meinen Nachbarn in den Briefkasten gesteckt“, sagte Kimstädt.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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