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Halstenbek : Einbahnstraßenregelung in der Straße Hagenwisch soll wieder aufgehoben werden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anwohner sind sauer: „Sachverstand ist nicht erkennbar“.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 16:30 Uhr

Halstenbek | Erst im November des vergangenen Jahres war die Straße Hagenwisch in der Nähe des Halstenbeker Bahnhofs auf Initiative des Kreises in eine Einbahnstraße umgewandelt worden. Nun soll die Regelung wieder gekippt, die Verkehrssicherheit durch durchgängige Halteverbote gewährleistet werden. Die Anwohner sind auf Zinne, ein gutes Dutzend machte seinem Ärger am Dienstagabend während der Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses im Rathaus der Gemeinde Halstenbek Luft.

Bernd Brahms, der bereits im vergangenen Jahr als Stimmrohr der Anwohner protestiert hatte, warf der Verwaltung jahrelanges Missmanagement vor: „Die Gemeinde hat sich nie um den ruhenden Verkehr gekümmert. Wenn man sich Jahrzehnte lang nicht kümmert, passiert so etwas wie jetzt.“ Ein anderer Anwohner sprang ihm zur Seite: „Es ist nicht zu erkennen, dass hier jemals mit Sachverstand gehandelt wurde.“

Auf die Proteste der Anwohner reagierte Bauamtsleiterin Gisela Sinz-König: „Entweder wir machen es richtig oder die Einbahnstraße wird nicht aufgehoben.“ Es folgten Zwischenrufe der anwesenden Anwohner.„Sie gehören zu einer argumentativ starken Gruppe. Wir haben schon ganz andere erlebt“, sagte Sinz-König und ergänzte: „Wir haben über 200 Briefe zu dem Thema bekommen. Wir sind massiv beleidigt und bedroht worden.“ 150 Antworten stünden aktuell noch aus. Politik und Verwaltung hätten die unterschiedlichen Standpunkte abgewogen. Dann goss sie Öl ins lodernde Feuer: „Ich sage Ihnen, der Hagenwisch geht mir richtig auf die Nerven.“ Mehr Parkplätze zu schaffen statt diese zu entfernen, wie von einem Anwohner gefordert, sei nicht möglich. „Wir müssen. Das ist eine Auflage des Kreises.“

Gegen die von einigen Besuchern erhobenen Vorwürfe von Unfähigkeit und seltsamem Demokratieverständnis wehrte sich insbesondere
Gudrun Gabriel-Schröder (Grüne). „Wir sitzen hier als Politiker und wissen eigentlich nicht mehr, wie wir mit Ihnen umgehen sollen.“ Die Kreisverwaltung und die Polizeibehörden seien in die Entscheidung eingebunden worden. „Wenn wir das wieder abändern bin ich mir sicher, dass die nächste Gruppe aus Ihrer Wohngegend kommt, die genauso stark ist wie Sie“, sagte Gabriel-Schröder und schloss resigniert: „Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen recht machen soll.“ Andreas Paul (CDU) kommentierte den Applaus der Anwohner auf die Unfähigkeitsvorwürfe: „Polemische Einwürfe bringen nichts. Wir haben uns jetzt entschieden. Das kann Ihnen gefallen oder nicht. Wir sind dem Rat der Fachleute gefolgt.“

 Das Thema sei äußerst komplex

Auch Hildegard Krüger (SPD) kritisierte die Anwohner, obwohl sie selbst gegen die Aufhebung der Einbahnstraße gestimmt hatte. „Sie haben Beifall geklatscht, dass wir nicht zuständig sind, sondern der Kreis. Wenn Sie in den doch so viel mehr Vertrauen haben, sollten Sie sich dort an die zuständige Behörde wenden.“, äußerte sie. Das Thema sei äußerst komplex. „Wir haben es mit sechs bis acht Gruppen mit unterschiedlichen Interessen zu tun“.

Zu schlichten versuchte indes Wolfgang Pipping (FDP): „Warum veranstalten Sie nicht ein Straßenfest. Sie einigen sich untereinander und dann kommen Sie wieder. Wenn Sie einen Kompromiss mitbringen, stoßen Sie hier auf viele offene Ohren.“

Damit endete die lebhafte Situation. Die Anwohner verließen geschlossen den Sitzungssaal des Rathauses. Sichtlich enttäuscht und angefressen. Fortsetzung wahrscheinlich.

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