Ein zweifelhaftes Happy End

Und weg ist der Strom, wird es ein verdorbener Abend? Colonel Melkett (André Gohr, rechts) hält dem armen Künstler Brindsley Miller (Magnus Levien) eine Standpauke. Brindsleys Verlobte Carol Melkett (Jana Stoppel, Zweite von rechts) und seine fromme Nachbarin Miss Furnival (Tomke Julius) hören bekümmert zu.
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Und weg ist der Strom, wird es ein verdorbener Abend? Colonel Melkett (André Gohr, rechts) hält dem armen Künstler Brindsley Miller (Magnus Levien) eine Standpauke. Brindsleys Verlobte Carol Melkett (Jana Stoppel, Zweite von rechts) und seine fromme Nachbarin Miss Furnival (Tomke Julius) hören bekümmert zu.

Premiere Die Pinneberger Bühnen zeigen rabenschwarze „Komödie im Dunkeln“ / Verkaufslustigem Künstler geht das Licht aus

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12. Oktober 2017, 16:00 Uhr

Mit Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ haben sich die Pinneberger Bühnen an ein Stück gewagt, das vom Muster ihrer sonst üblichen Schenkelklopfer deutlich abweicht. Es ist eher britisch-unterkühlt, gespickt mit boshaften Anzüglichkeiten. „Dark Comedy“, schwarze Komödie, so heißt das Werk im englischen Original. Und ganz vordergründig spielt sie tatsächlich im Dunkeln: Die Hauptsicherung im Haus ist durchgebrannt.

Der Moment ist denkbar ungünstig, denn der aufstrebende Künstler Brindsley Miller (Magnus Levien) erwartet einen wichtigen Gast, den milliardenschweren Russen George Gudenow (Harmut Tank), einen Kunstsammler, von dem Brindsley sich den Durchbruch zu Ruhm und Reichtum verspricht. Leider will auch Colonel Melkett (André Gohr) vorbeikommen. Er ist der polternde Vater von Brindsleys Verlobter Carol Melkett (Jana Stoppel). Um beide zu beeindrucken, haben Carol und Brindsley kurzerhand die schicken Möbel aus einer Nachbarwohnung in ihre Bude geschleppt. Denn deren Bewohner Harold Gorringe (Tim Heimitz) ist gerade verreist. Sein Schlüssel liegt unter der Fußmatte, wie jeder im Hause weiß.

Und dann geht das Licht aus und die fromme Nachbarin Miss Furnival (Tomke Julius) tastet sich in panischer Angst herein. Denn im Dunkel lauert bekanntlich der Teufel. Als potentieller Retter betritt Schupanski die Szene, ein Russe von altem Adel im Exil und mit viel Sinn für Kunst, aber nach seiner Flucht in den Westen ein armer Elektriker. Er wurde hergeschickt, um den Kurzschluss zu beheben. Dumm nur, dass ihm das Kunstwerk so gut gefällt, denn alle glauben nun, er sei der kauflustige Milliardär.

Der kommt tatsächlich auch noch. Der ebenso reiche wie taube Gudenow wird allerdings recht unsanft empfangen. Kommt es trotzdem zum Happy End? Bei einer schwarzen Komödie ist das weit weniger gewiss als der Spaß, den die Zuschauer bei all dem Durcheinander in der Dunkelheit hatten.


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