zur Navigation springen

Finanzdesaster in Pinneberg : Ein Zwangsverwalter aus Kiel?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SPD und CDU glauben nicht, dass es ein vom Innenminister eingesetzter Sanierer die Lage verbessern könnte

Ein Schuldenberg von rund 100 Millionen Euro. Schulen, die für 35 Millionen Euro saniert werden müssen. Pinnebergs Finanzdesaster beherrscht die Schlagzeilen. Die Politiker schwanken zwischen Resignation und Durchhalteparolen. Aber auch selbstkritische Töne sind zu vernehmen.

So etwa von Uwe Lange, Fraktionschef der Bürgernahen: „Wir kriegen es nicht hin, haben in den vergangenen Jahren nichts gelernt.“ Und weiter: „Neuer Bahnhof, Umbau des Drosteiplatzes – hier wird noch immer Träumereien nachgehangen, die wir uns nicht leisten können.“ Wenn gar nichts mehr gehe, würden halt die Steuern erhöht. „Das ist eine Bankrotterklärung“, so der Bürgernahe. „Vielleicht sollten wir den Kielern den Schlüssel zu unserer Kasse geben.“ Ein vom Innenminister eingesetzter Sparkommissar – für Lange eine Alternative, die längst an Schrecken verloren hat.

Von einer solchen Zwangsverwaltung, wie sie im Westen der Republik bereits an der Tagesordnung ist, hält CDU-Fraktionschef Andreas Meyer wenig. „Ich glaube nicht, dass ein Sanierer aus Kiel es besser machen kann.“ Er sei überzeugt, dass Bürgermeisterin Urte Steinberg die richtigen Hebel finden werde. „Ich erwarte, dass aufgeräumt wird.“ Für die Christdemokraten haben Brandschutzmaßnahmen an den Schulen absolute Priorität. Auch am Bau der Westumgehung halten sie fest. Von diesem Millionenprojekt wollen sich die Grünen verabschieden. Sie wollen die Verwaltung beauftragen, alternative Erschließungsmöglichkeiten für Gewerbeflächen aufzuzeigen. „Wir müssen dem Land etwas anbieten“, sagt Fraktionschef Joachim Dreher. „Auch ein neues Bahnhofsumfeld können wir uns nicht leisten.“

Für Werner Mende (FDP) steht fest: „Nichts darf mehr tabu sein, nicht einmal das Hallenbad, die Bücherei sowie Volkshoch- und Musikschule.“ Auf die Sanierung des Bahnhofs würde er angesichts der Finanzlage verzichten. Sozialdemokrat Herbert Hoffmann macht klar: „Für mich hat die Sanierung der Schulen Priorität. Ein Zwangsverwalter aus Kiel? „Das würde nichts besser machen, die kochen auch nur mit Wasser“, so Hoffmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert