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Pinneberg : Ein Zentrum für die Flüchtlingsarbeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Räume im ehemaligen Akad-Gebäude offiziell eröffnet. Herzstück ist die Kleiderkammer. Auch ein Internetzugang ist vorhanden.

von
erstellt am 21.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Den vielen Ehrenamtlichen in der Stadt, die sich für Flüchtlinge einsetzen, eine Anlaufstelle und ein Zentrum für die Arbeit mit und von Flüchtlingen zu bieten – diese Überlegungen standen zu Beginn des Projekts. Die Stadt Pinneberg hat dafür im ersten Obergeschoss des ehemaligen Akad-Gebäudes, Am Rathaus 10, eine 480 Quadratmeter große Fläche für ein Jahr angemietet.

Gestern ist das Ehrenamtszentrum offiziell von Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) eröffnet worden. Steinberg übergab Sabine Ridders, Koordinatorin der Kleiderkammer, einen symbolischen Schlüssel im Beisein zahlreicher Besucher aus der Kommunalpolitik und aus sozialen Einrichtungen sowie von Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk. „Ich bin überwältigt vom ehrenamtlichen und hauptamtlichen Engagement in dieser Stadt“, sagte Steinberg.

„Ehrenarbeit kann nicht im luftleeren Raum stattfinden“, sagte Projektleiter und Stadtsprecher Marc Trampe im Gespräch mit dieser Zeitung. Er hob die Zentralität des Treffpunkts als positiv hervor. Finanziert werde das Projekt durch die Integrationspauschale des Landes. Steinberg gab einen kurzen Rückblick und erinnerte daran, dass der Mietvertrag am 15. Dezember unterschrieben wurde. Was dann geschah, sei einfach großartig gewesen, so Steinberg. Am vierten Adventswochenende wurde gewerkelt, geschraubt und geschleppt. Am darauffolgenden Montag ausgepackt und über die Feiertage eine Kleiderkammer eingerichtet.

Die Kleiderkammer mit etwa 50 Quadratmetern – sie ist das Herzstück im Ehrenamtstreffpunkt und hat bereits ihre Arbeit aufgenommen. Ridders steht ein 16-köpfiges Team zur Seite. Außerdem unterstützen vier Flüchtlinge die Helferinnen. „Es ist ein tolles Team. Jeder hat alles gegeben“, sagte Ridders. „Wir haben hunderte von Kartons hier reingetragen“, berichtete sie. Die Kleidung ist nun sortiert und in die Regale eingeräumt worden. „Damen- und Kinderkleidung haben wir in rauen Mengen. Was wir dringend brauchen, ist Herren-Kleidung in kleinen Größen“, sagte die Koordinatorin.

Sprachkurse im Ehrenamtszentrum

Doch das Ehrenamtszentrum hat noch mehr zu bieten: „Drei ehemalige Klassenräume konnten interimsweise mit geliehenen Stühlen und gemieteten Tischen und Tafeln eingerichtet werden, so dass schon nach Weihnachten erste Sprachkurse sowohl vormittags als auch nachmittags angeboten wurden“, erläuterte Steinberg. An Ideen für Aktivitäten, so die Bürgermeisterin, mangele es nicht. So soll ein monatliches Treffen der ehrenamtlichen Begleiter künftig in den Räumen stattfinden. „Für eine Willkommenskultur unabkömmlich“, so Steinberg.

Außerdem gebe es Überlegungen, unter anderem Näh- und Sportkurse anzubieten. Des Weiteren gibt es in den Räumen einen Internetzugang. Dafür haben Pinnau.com und die Freifunkinitiative gesorgt. Zudem sei in Planung, Computer zur vielfältigen Nutzung aufzustellen. „Ganz besonders freue ich mich, im Foyer ein offenes Treffen, vielleicht nennt man es Café, einzurichten“, sagte Steinberg. Erst durch die soziale Eingebundenheit fühlten sich einzelne Menschen sicher und geborgen.

Nur mit einem ist die Bürgermeisterin noch nicht zufrieden: „Da wir quasi ein neues Kind aus der Taufe gehoben haben, möchte ich Sie alle einladen, einen Namen dafür zu finden“, so Steinberg. Vorschläge nimmt die Flüchtlingskoordinatorin Pia Kohbrok entgegen.

Die Kleiderkammer hat dienstags nur für Frauen von 15 bis 16 Uhr und von 16 bis 18 Uhr für alle geöffnet. Am Donnerstag öffnet sie für alle von 15 bis 18 Uhr. Spendenannahme ist dienstags und donnerstags von 9 bis 11 Uhr. Spendentelefon: 0176-859022011.
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