Prisdorf : Ein Wartehäuschen hat Geburtstag

Auch nach fünf Jahren engagieren sich die 25 Mitglieder des Vereins Wartehäuschen Prisdorf weiterhin für das mehr als 100 Jahre alte Gebäude.
1 von 2
Auch nach fünf Jahren engagieren sich die 25 Mitglieder des Vereins Wartehäuschen Prisdorf weiterhin für das mehr als 100 Jahre alte Gebäude.

25 Prisdorfer engagieren sich seit fünf Jahren ehrenamtlich für das im Jahr 1911 erbaute Gebäude.

shz.de von
05. Mai 2015, 16:00 Uhr

Prisdorf | Kurz vor dem Ehrentag spendierte der Verein Wartehäuschen Prisdorf dem Geburtstagskind eine Generalüberholung. Die Wände wurden neu gestrichen. „Die waren etwas verdreckt und anders haben wir die Fußabdrücke nicht mehr wegbekommen“, sagte Rolf Schwarz, Vorsitzender des 25 Mitglieder zählenden Vereins. Somit erstrahlte das 1911 gebaute Wartehäuschen – das letzte seiner Art in Deutschland – am 1. Mai zum fünf-jährigen Bestehen seit der Renovierung in neuem Weiß.

Schwarz nutzte die Chance, auch zahlreiche Bahnfahrer über die Geschichte des Wartehäuschens, das bis in die 1970er-Jahre Teil einer größeren Bahnhofsanlage in Prisdorf war, zu informieren. Im November 2009 wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, das grün-weiße Wartehäuschen zu erhalten. „Die Bagger standen damals schon für den Abriss bereit“, so Schwarz. Der damalige Vorsitzende Karl-Werner Nörenberg verhandelte mit der Gemeinde und der Bahn. Der Verein verpflichtete sich, die Wartung und Pflege auch nach der Renovierung zu übernehmen. Nach einigen Monaten waren die Gemeinderatsmitglieder, die zunächst gegen den Erhalt waren, überzeugt. „Heute sind alle froh, dass es damals 22 engagierte Menschen gab, die dafür gesorgt haben, dass das Wartehäuschen erhalten wurde“, sagte Schwarz. Im Sommer 2010 waren 15.400 Euro zusammengekommen. Insgesamt wurden 22.000 Euro in die Renovierung investiert.

Das Bauunternehmen C. H. Maack aus Tornesch, wo Schwarz Geschäftsführer war, und der Malerbetrieb Kröger aus Elmshorn sorgten für neue Fenster, einen neuen Boden sowie die Erneuerung der Holzfassade und Reinigung der Steinwände. Mit der Neugestaltung des Bahnsteigs erhielt das Wartehäuschen ein zusätzliches Beet. Aktuell fehle noch der neue Lärmschutzwall. Da hat Schwarz Sorgen: „So etwas lockt schnell Schmierereien und Verschmutzung an.“ Aktuell wäre der Verein nicht für den Wall zuständig. „Das ist Sache der Bahn, aber wenn sie es erlaubt, würden wir uns gerne um eine Begrünung im Bereich des Wartehäuschens kümmern“, so Schwarz. Gespräche werde es auf jeden Fall geben, denn der Verein habe praktisch die Rolle des Bahnhofspaten übernommen. Im Juni hofft Schwarz auf eine Veränderung im „Bike and Ride-Bereich“. Dann soll der Bauausschuss über abschließbare Fahrradstellplätze beraten. Die Entwicklung des Wartehäuschens zeigt eine Ausstellung am Bahnsteig, die von Kassenwart Andreas Neumann zusammengestellt wurde. Die Ausstellungen wechseln und werden mit Werken lokaler Künstler oder von Kindern bestückt.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen