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Pinneberg : Ein Visionär blickt nach Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wabe-Chef Marcel Graff will für sieben Millionen Euro eine Akademie für ausländische Fachkräfte errichten – und mit China kooperieren.

Pinneberg | Die Tür ist verschlossen. Wer in die Zentrale des Hamburger Bildungsträgers Wabe in Barmbek will, muss klingeln. Wir dürfen rein. Auf Einladung des Geschäftsführers Marcel Graff. Er will uns von seinen Plänen für den Standort Pinneberg berichten. 2013 hatte die Wabe, bei der 400 Menschen arbeiten, Grundstücke auf dem Areal der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne gekauft. Seinerzeit wurde die Campus-Idee geboren. Eine Kita für 3,7 Millionen Euro wird bereits gebaut. Eine Privatschule wird folgen. Die Akademie für Fachkräfte aus sozialen Berufen – vielleicht der wichtigste Baustein. Und Graff hat ursprüngliche Ideen weiterentwickelt – er will Pinneberg zum Standort für die Weiterbildung ausländischer Fachkräfte machen. „Das wäre ein Leuchturmprojekt“, sagt der 42-Jährige. Als Kooperationspartner komme China in Frage. Dort herrsche ein immenser Mangel an Fachkräften in den Bereichen Pflege und Pädagogik. Chinesische Gäste könnten nach ihrer Ausbildung in Pinneberg als Multiplikatoren zurück in ihre Heimat gehen – um dort selbst als Ausbilder zu arbeiten.

Kürzlich war Wabe-Chef Graff im Reich der Mitte, um über ein Einsteigen der Chinesen zu verhandeln. Gute Gespräche seien es gewesen. Ergänzt würde die Akademie um ein so genanntes Boarding House. In dem Gästehaus könnten die Azubis, die auch aus Südeuropa kommen könnten, um für den deutschen Markt fit gemacht zu werden, kostengünstig wohnen. „Stand jetzt, benötigen wir etwa 200 Schlafplätze“, sagt Graff. Die Investitionen hielten sich in Grenzen – ein Mannschaftsgebäude der Bundeswehr würde umgebaut. Das Boarding House könnte dann von einem Hamburger Hotelier geführt werden, der Pinnebergs Kaserne nach Informationen unserer Zeitung als Standort für ein hochwertiges Hotel mit Wellnessbereich ins Auge gefasst hat.

Marcel Graff spricht gern von Visionen: „Die hatte ich immer schon.“ Der Blick aus dem Fenster seines Büros passt zur Haltung des 42-Jährigen. Bei klarem Wetter sind Elbphilharmonie, Fernsehturm und Hafenkräne zu sehen. Weite statt Enge. Ideen statt Routine. Bis nach Pinneberg reicht die Aussicht von hier oben nicht. Aber mit den Gedanken ist Graff jeden Tag in der Kreisstadt. „Das ist eine Chance für die Pinneberg“, sagt er. „Eine Riesenchance.“

Die Wabe gibt es seit  2001. In den Jahren 2010 bis 2012 errichtete der Hamburger Träger sieben Kitas – maßgeblich finanziert über das Krippen-Ausbauprogramm des Bundes. Auch an der Bismarckstraße in Pinneberg entstand seinerzeit eine Betreuungseinrichtung. Derzeit betreibt die Wabe in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern rund 20 Kindergärten. Zudem trägt das Unternehmen Verantwortung für zwei Horte, drei pädagogische Mittagstische und ein Eltern-Kind-Zentrum. Der Verein ist Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Betreut werden etwa 2000 Kinder. Der Jahresumsatz der Wabe liegt nach Angabe des Geschäftsführers Marcel Graff bei etwa 25 Millionen Euro.
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erstellt am 30.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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