Ein Urgestein ist jetzt der Neue

Rüdiger Wüpper, Vorsitzender des TuS Borstel-Hohenraden, hielt sich ein Leben lang durch Fußball fit. Im Ruhestand genießt er Reisen und engagiert sich im Sportverein.
Rüdiger Wüpper, Vorsitzender des TuS Borstel-Hohenraden, hielt sich ein Leben lang durch Fußball fit. Im Ruhestand genießt er Reisen und engagiert sich im Sportverein.

Rüdiger Wüpper ist Nachfolger von Rolf Sieberkrob als Vorsitzender des TuS Borstel-Hohenraden / Er ist zu Hause im Dorf geboren

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07. September 2018, 16:54 Uhr

Der Turn- und Sportverein Borstel-Hohenraden hat mit Rüdiger Wüpper (64) einen neuen Ersten Vorsitzenden – dieser löste seinen Vorgänger Rolf Sieberkrob nach dessen vierjähriger Amtszeit ab. Wer der Neue an der Spitze des TuS ist, was ihn dazu bewogen hat, das Amt zu übernehmen – und welche Ziele er für den Verein verfolgt, das erläutert er im Freitagsgespräch.

Wüpper bezeichnet sich als Borstel-Hohenradener Urgestein: „Ich bin eine klassische Sofageburt, also zu Hause im Dorf auf die Welt gekommen“, berichtet er. Mit den anderen Jungen im Ort habe er die Nachmittage auf dem alten Bolzplatz verbracht. Der allerdings sei nicht im Ansatz mit der heutigen Sportanlage zu vergleichen gewesen. Noch heute ist bei Wüpper eine gewisse Rührung zu spüren, wenn er von dem Weihnachtsfest spricht, bei dem er seine ersten „Fußballstiefel“ unter dem Weihnachtsbaum fand. Bei einem Kinderfest an der Grundschule gewann der junge Rüdiger damals einen Lederfußball. „Ich war der Einzige im Dorf, der einen vernünftigen Fußball hatte“, sagt er.

Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert. Der TuS Borstel-Hohenraden, bei dem Wüpper seit 50 Jahren Mitglied ist, hat inzwischen über 900 Mitglieder, diverse und nicht ganz alltägliche Sparten. Die Gemeinde wächst und so auch ihr TuS. „Rolf Sieberkrob hat sich hier in die Arbeit sehr reingekniet“, berichtet Wüpper. Seine berufsbedingten EDV-Kenntnisse habe er mit viel Tatendrang in die Geschäftsstelle einfließen lassen. Er habe vieles angeschoben, auch im Hinblick auf die Gemeinde. Die Eingliederung der Bogenschützen in den TuS habe auch er vorangetrieben. Nach vier Jahren hatte Sieberkrob jedoch beschlossen, den Vorsitz abzugeben. Nicht sofort fand sich ein neuer Nachfolger. Wüpper habe seinen Sportsfreund und jetziges Neu-Vorstandsmitglied Christian Eichhorn zufällig beim Einkaufen getroffen und dabei besprochen, dass man etwas tun müsse für den Verein und den um zwei Mitglieder zu kleinen Vorstand auffüllen. Darauf, wer den ersten Vorsitzenden geben könnte, einigte man sich erst mit dem ganzen Vorstand. Wüpper: „Plötzlich waren alle Augen auf einen gerichtet. Du musst das machen, hieß es.“ Wüpper ist seit November 2017 in den Ruhestand getreten nach 40 Jahren als Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Firma D.F.Lidelt für Sanitär, Heizung und Großhandel. Seine Frau ist noch berufstätig, betreibt einen Laden in der Pinneberger Fußgängerzone. „Wenn einer die Zeit hat, dann ich“, räumt er ein. Und so übernahm er Amt und Würden.

Was treibt den neuen Vorsitzenden nun um? Was möchte er für seinen Verein erreichen? „Wir brauchen ein ordentliches Vereinsheim beziehungsweise Versammlungsmöglichkeiten“, sagt der Vorsitzende und schließt sich damit nahtlos an die Bestrebungen seines Vorgängers Sieberkrob an. Deswegen habe man auch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um zwei Euro im Monat erwirkt – um Rücklagen zu schaffen. Das Heim sei allerdings sei nicht so leicht zu bewirken, denn das sich in der Planung befindende Ortsentwicklungskonzept lähme kurzfristige Entscheidungen. „Auch die Turnhalle ist sanierungsbedürftig und genügt den heutigen Normen nicht mehr.“ Wüpper habe jedoch Verständnis, dass man bei einem stetig wachsenden Dorf grundsätzliche, konzeptionelle Überlegungen anstellen müsse, damit die Ergebnisse dann auch langfristig tragen. Und, wie auch die Vereine in den Nachbargemeinden, träumt der leidenschaftliche Fußballer Wüpper von einem Kunstrasen: „Ein Verein, der sportlich mithalten und für die Jugend attraktiv sein will, braucht einen Kunstrasen,“ befindet er. Tatsächlich hat der Kummerfelder Sportverein bereits einen solchen bewilligt bekommen, der Appener TuS hat ihn beantragt. Die hohen Kosten von rund 500 000 Euro seien unter Umständen förderungsfähig. „Außerdem braucht so ein Kunstrasen auch keine Pflege, während der echte bewässert und gemäht werden muss, was ein Gemeindearbeiter übernimm.“

Und noch mehr Mitglieder wünscht er sich im Verein. „Wenn ich manche Leute auf der Straße ansehe, wie sie sich bewegen, mit E-Rädern und E-Rollern, macht mich das traurig“, sagt er. „Jeder sollte mindestens einmal die Woche etwas für seine Fitness und Gesundheit tun.“ Gemessen an Borstel-Hohenradens Einwohnerzahl von in etwa 2400 Personen, würde er sich die doppelte Mitgliederzahl wünschen.

> Nächste Woche: Kai Semmelhack, Jugendpfleger im Jugendtreff Appen Jupita

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