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Sommerfest in Quickborn : Ein Tisch für viele Nationen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Quickborner Migranten und ihre Helfer trafen sich an einem mit internationalen Spezialitäten bestückten Büfett.

shz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 14:00 Uhr

Quickborn | „Es ist schon toll, wie sich auch die neuen Flüchtlinge einbringen“, sagte Annika Abellan Rodriguez, Flüchtlingsbetreuerin von der Caritas. Gemeinsam mit ihrer Kollegin und Migrationsberaterin Andja Zdravac-Vojnovic, Ehrenamtkoordinatorin Mirija Mullikas, und Gisela Peschel, stellvertretende Vorsitzende des Gemeinderats der evangelischen Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh hat sie im Gemeindesaal in der Ellerauer Straße 2 ein Sommerfest für Flüchtlinge und ihre ehrenamtlichen Helfer organisiert.

Das konnte Diakonie-Migrationsbetreuer Christian Chinery bestätigen: „Das Büfett ist sehr vielseitig und schmackhaft. Man merkt, mit wie viel Herzblut die Flüchtlinge dabei sind.“ Die Männer standen an drei verschiedenen Grills gleichzeitig. Es gab syrische und afghanische Lammspieße, armenisch eingelegte Nackensteaks sowie Hähnchenschenkel. Inad Dieri, Koch aus Syrien, hatte den Überblick und alles unter Kontrolle. Die Frauen hatten bereits zu Hause exotische Speisen vorbereitet, etwa afghanisches Estambuli, ein Reisgericht mit Tomaten, Fleisch, Zwiebeln und Bohnen, sowie die syrische Süßspeise Kunafa mit „Engelshaar“, hauchdünnen Teigfäden, die man in türkischen Läden kaufen kann.

Es herrschte eine fröhliche, entspannte Atmosphäre. In Quickborn leben zurzeit rund 400 Flüchtlinge aus dem Irak, Armenien, Syrien, Jemen, Afghanistan und Eritrea. Viele von ihnen waren zum Feiern und Austauschen auch mit ihren Paten, Sprachlehrern und anderen Unterstützern gekommen. In der Eulenstadt gibt es aktuell 107 feste ehrenamtliche Helfer. „Die Hilfe in Quickborn ist wirklich wahnsinnig“, sagte Mullikas. Die Stadt hat gemeinsam mit der Diakonie und der Caritas einen Vertrag für die Versorgung der Flüchtlinge unterzeichnet. Beide Träger sind seit Jahren in der Migrationsberatung tätig. Getroffen wird sich regelmäßig jeden Dienstag zwischen 15 und 17 Uhr in der St. Marien Kirche, Kurzer Kamp 2, zum „Flüchtlings-Café“ und donnerstags von 14.30 bis 16.30 Uhr im Haus Roseneck in der Kieler Straße 95.

Im Gemeindesaal wurde in entspannter Atmosphäre geklönt und gegessen.
Im Gemeindesaal wurde in entspannter Atmosphäre geklönt und gegessen. Foto: Natascha Thölen
 

Fast immer mit dabei sind Anna und Hans Noe. Das Ehepaar ist Pate von drei Einzelpersonen und einer Familie mit fünf Kindern. Anna Noe unterrichtet zusätzlich einmal pro Woche bis zu sechs Flüchtlinge in der deutschen Sprache. „Wir haben immer sehr viel Spaß. Wichtig ist, die Menschen zum Sprechen zu bringen“, sagte sie. Bei Ahmed Al-Dhubaibi aus dem Jemen ist ihr das gut gelungen. Der junge Mann kam vor eineinhalb Jahren nach Quickborn und wurde vom ersten Tag an von dem Ehepaar betreut. Mit großem Erfolg, denn am 1. April hat er eine Ausbildung zum Fachinformatiker begonnen. Zur Motivation für ihr Engagement sagte Pensionär Hans Noe: „Uns ist es immer gut gegangen. Jetzt möchten wir davon etwas zurückgeben.“

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