Ein Stückchen Himmel auf der Erde

3,20 Meter hoch, 60 Zentimeter breit:  Pastorin Iris Finnern (von links), Friedhofschef Arne Meyer-Ebeling, Jörgen Habedank sowie Steinmetzin Jeanine Gaedke weihten die Glasstele ein.
1 von 2
3,20 Meter hoch, 60 Zentimeter breit: Pastorin Iris Finnern (von links), Friedhofschef Arne Meyer-Ebeling, Jörgen Habedank sowie Steinmetzin Jeanine Gaedke weihten die Glasstele ein.

Tradition und Moderne Bunte Stele aus Sicherheitsglas von Jörgen Habedank auf dem Rellinger Friedhof eingeweiht

von
15. Juli 2017, 16:00 Uhr

„Mit der Glasstele wollen wir ein Stückchen Himmel auf die Erde bringen.“ Jörgen Habedank, international renommierter Maler und Glaskünstler aus Tornesch, fasste in wenigen Worten zusammen, was zahlreiche Gäste gestern auf dem Friedhof Rellingen am Urnenfeld unweit der Alten Kapelle nachvollziehen konnten: eine gelungene, transparente Symbiose aus Tradition und Moderne.

Politiker, Freunde und Bekannte – sie alle ließen sich nicht entgehen, als Arne Meyer-Ebeling, Chef der Anlage aus dem 19.      Jahrhundert, und Habedank das Kunstwerk verhüllende Tuch schwungvoll-elegant entfernten. Die 3,20 Meter hohe und 60 Zentimeter breite Augenweide sorgte für ein Raunen. Zudem dürfte die Stele auf dem „Ort der Erinnerung und Begegnung“, wie es Pastorin Iris Finnern nannte, „ein Konzentrationspunkt zum Austausch werden.“

Habedank spielt mit Farben und Formen. Raffiniert verankert er Muster auch als Querband auf den Granitsteinen des Urnenfeldes. Als anregende Zwiesprache, als Reflex. Als Echo. Bei der Gestaltung des Kunstwerks, dass im Frühjahr vom Kirchengemeinderat einstimmig und ohne zu zögern, so Vorsitzender Pastor Dr. Lennart Berndt, abgesegnet worden war, hatte Habedank alle Freiheiten. „Nahezu ohne christlich-sakrale Symbolik, was heutzutage nach dem individuellen Zugang zur Religion wichtig ist“, beschrieb Habedank die Motivation den lauschenden Gästen.

Dass viele mit der Abstraktion rätseln, daran hat sich Habedank, dessen Glaskunstwerke in Paderborn gefertigt werden und in zahlreichen Kirchen im In- und Ausland für Furore sorgen, gewöhnt. Reaktionen wie „Ich kann nichts erkennen. Aber die Farben sind schön“ kenne er zuhauf. Das sei aber ein optimaler Einstieg für die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk. Es brauche Zeit, um sich in das Motiv einzuleben und einzulesen.

Auf der Stele aus Sicherheitsglas – gebrannt bei 600    Grad – als „eine andere Ebene für die individuelle Trauerverarbeitung“ (Habedank) ist das Kreuz-Motiv zu erkennen. Das dürfte Friedhofsbesucher beim Ersehen der Floadglas-Malerei beruhigen. Pastorin Finnern brachte es auf den Punkt: „Es schimmert, es leuchtet. Es lebt.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen