Botanik : Ein Streifzug durch das Ellerhooper Arboretum

Die Pfingstrose zeichnet sich durch ihre Größe und ihre betörenden Farben aus.
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Die Pfingstrose zeichnet sich durch ihre Größe und ihre betörenden Farben aus.

Passend zu Pfingsten stehen auch die Pfingstrosen in voller Blüte. Hans-Dieter Warda erklärt, was es damit auf sich hat.

shz.de von
17. Mai 2018, 16:37 Uhr

Ellerhoop | „Häufig klappt es ja nicht“, sagt Hans-Dieter Warda. Doch dieses Mal passt alles: „Das Pfingstfest ist nahe – und diesmal stehen die Pfingstrosen tatsächlich in Blüte“, so der Leiter des Ellerhooper Arboretums. Aus diesem Grund hatte Warda am Mittwoch zu einer Expedition durch das Land der Blüten, Farben, Formen und Gerüche eingeladen. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf den Pfingstrosen (Päonien), deren rosafarbene Blüten besonders kräftig leuchten.

Größte Strauch-Pfingstrosen-Sammlung Deutschlands

Geradezu enthusiastisch äußerte sich der Professor über „seine“ Päonien, die sich nicht nur in einem separaten Bereich, sondern auf dem gesamten Gelände finden. „Mit über 2000 Pflanzern besitzen wir die größte Strauch-Pfingstrosen-Sammlung Deutschlands“, berichtet Warda stolz. Die Strauch-Pfingstrosenblüte zähle mit ihren betörenden Farbspielen von Weiß, Rosa, Zartviolett und Dunkelviolett bis hin zu unterschiedlichen Gelbtönen und sattem Blutrot oder Purpurrot zu den Highlights im Gartenjahr der Norddeutschen Gartenschau. „Die Besucher kommen nicht nur aus der gesamten Bundesrepublik, sondern auch aus dem benachbarten Ausland wie den Niederlanden oder Dänemark, um das auf sich wirken zu lassen.“

Wie Warda feststellte, sind einige Sorten aber bereits verblüht. Andere hingegen stünden voll in Knospen, so dass auch Pfingstbesucher auf ihre Kosten kommen werden. „Die verschiedenen Sorten gewährleisten eine verlängerte Blütezeit, so dass besonders viele Besucher Gelegenheit haben, diese einmalig schönen Pflanzen in Blüte zu erleben“, sagt Warda.

Ursprung in China und Tibet

Aus Norddeutschland stammen die Pflanzen allerdings nicht. Sie kommen ursprünglich aus den nördlichen Provinzen Chinas und Tibets. Schon in der Han-Zeit (206 vor Christus) wurden die Päonien als Heilpflanzen verwendet. Während der Jin- und Sui-Dynastie (265 bis 618 nach Christus) erlangte die Strauch-Pfingstrose eine große Bedeutung als Zierpflanze. „Schon damals gab es über tausend Sorten“, so Warda. „Die Chinesen entwickelten für diese aristokratische Pflanze eine wahre Leidenschaft.“ Das gilt ebenfalls für den Leiter des Arboretums, der im Jahr 2001 das erste Mal die rosafarbenen und roten Päonien in China sah: Es sei wie ein Traum, ein Blütentraum, gewesen, so Warda. Er brachte die besonders gartenwürdigen Paeonia-Rockii-Hybriden nach Elmshorn. Der berühmte chinesische Züchter Chen De-zhong hat eine große Kollektion seiner neuesten Sorten der Norddeutschen Gartenschau gewidmet. Nach nunmehr 14 Jahren sind einige Exemplare im Chinesischen Garten über 2,50 Meter hoch. „Wir wollen die Menschen mit Blütenträumen glücklich machen – und das gelingt uns mit den Päonien“, bilanziert Warda. 




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