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Pinneberger Tageblatt

16. August 2017 | 22:01 Uhr

Ein starker Kämpfer für die Inklusion

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auszeichnung Pinneberger Christian Nahrwold bekommt Bundesverdienstorden für Engagement beim Partnerclub der Lebenshilfe

„Ich war ganz von den Socken. Ich musste zweimal gucken, ob das auch stimmt.“ Der Pinneberger Christian Nahrwold, der seit 26 Jahren den Partnerclub der Lebenshilfe in Schenefeld leitet, war sehr überrascht, als er Post aus Kiel bekam. Am 6. Februar bekommt er von Staatssekretär Thomas Lose-Müller den Bundesverdienstorden verliehen. „Christian Nahrwold stellt den Inklusionsgedanken seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten in den Fokus seines sozialen Engagements“, heißt es in der Begründung.

Der 46-Jährige ist sichtlich stolz auf diese Ehre. Verdient hat er sie. Einen Großteil seiner Freizeit wendet er auf, um Ausflüge, Feste, Disco-Abende, Reisen und Veranstaltungen für Menschen mit und ohne Behinderung zu organisieren. Für den Altenpflegehelfer ist die Auszeichnung etwas ganz Besonders. „Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich das verdaut habe. Das bekommt man ja nur einmal im Leben“, sagt er.

Bereits als Schüler sei Nahrwold in eine Integrationsklasse gegangen. Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung seien ihm daher fremd, erzählt der Pinneberger. Später nahm ihn ein Freund mit zum Partnerclub der Lebenshilfe in Schenefeld. Dieser legte dort als DJ bei einer Party auf, erinnert sich Nahrwold. Das Konzept faszinierte ihn und er machte mit. Bis heute schätze er die Freiheiten, das Programm gemeinsam mit den Menschen mit Behinderung auszuarbeiten. Bei anderen Initiativen sei dies eingeschränkt. Deshalb kam ein Wechsel für den Pinneberger nicht in Frage. „Es macht einfach Spaß“, erklärt er seine Motivation. „Da kommt so viel Dank zurück von den Leuten.“ Zudem seien die Mitglieder leicht zu motivieren.

Beruflich arbeitet er in der Seniorenresidenz Fischbek in Hamburg. Er ist froh, dass sein Arbeitgeber ihn unterstützt, beispielsweise bei den Einteilungen der Schichten. Sein Examen als Altenpfleger will er demnächst nachholen.

Die meiste Arbeit des Partnerclubs lastet auf Nahrwolds Schultern. Vier Helfer gebe es zusätzlich. Über Unterstützung würde sich der Vorsitzende sehr freuen. Wichtig sei, dass es keine Berührungsängste gibt. Jemand aus dem sozialen oder pädagogischen Bereich wäre daher ideal. Auf sein kleines Team könne er sich aber verlassen. „Die Organisation von Festen wie dem Inklusionslauf bekommen wir nur zusammen hin“, sagt er.

Wenn Nahrwold nicht gerade für den Partnerclub aktiv ist, macht er gern Sport. Der 46-Jährige läuft begeistert Marathon. Zudem ist er großer VFL-Fan. Wenn er es schafft, guckt er bei den Spielen zu. Auch das Fotografieren gehört zu seinen Hobbys. Und er ist ein großer Eisenbahn-Fan. Nahrwolds Wand im Flur ist gepflastert mit Bildern von alten Dampfmaschinen.

Für die Zukunft würde sich der Pinneberger wünschen, dass Menschen mit Behinderung mehr respektiert werden. Zwar habe sich die Situation bereits verbessert. Aber Arbeitgeber würden sich beispielsweise noch immer scheuen, jemanden einzustellen, der eine Behinderung hat. Mit dem Partnerclub will er dazu beitragen, die Menschen zusammenzubringen. Und auch privat hat er dort sein Glück gefunden. Seine Freundin Katharina Beit hat er über den Partnerclub kennengelernt.

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erstellt am 31.Dez.2016 | 16:44 Uhr

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