Cold Water Challenge : Ein Sprung ins kalte Wasser

Einsatzbereit zur „Cold Water Challenge“:  Gemeinsam mit Regisseur Hans-Jürgen Schütten drehten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hasloh ihr Video.
Einsatzbereit zur „Cold Water Challenge“: Gemeinsam mit Regisseur Hans-Jürgen Schütten drehten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hasloh ihr Video.

Feuerwehren aus dem Kreis Pinneberg beteiligen sich für einen guten Zweck an der „Cold Water Challenge“.

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11. Juni 2014, 15:00 Uhr

Pinneberg | Es sind Choreografien, die sich die Rettungskräfte ausgedacht haben. Mit Badesachen und jeder Menge Wasser aus Strahlrohren, oder aber auch weniger aufwendig mit Planschbecken und Eimern, beteiligen sich zahlreiche Freiwillige Feuerwehren sowie Ortsverbände vom Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz aus dem Kreis Pinneberg an der „Cold Water Challenge 2014“ („Kaltes Wasser Herausforderung“). Hierbei werden über Soziale Medien wie Facebook und YouTube kurze Videos veröffentlicht, in denen die Rettungskräfte beweisen, dass sie sich dem nassen Element gestellt haben. Am Ende fordert die Gruppe weitere Wehren oder Organisationen auf, sich innerhalb von maximal 48 Stunden ebenfalls in die Fluten zu stürzen.

Sollte dies nicht gelingen, so sind die Nominierten aufgefordert 112 Euro an den Verein Paulinchen zu spenden. Adelheid Gottwald, Vorsitzende der Initiative für brandverletzte Kinder, und ihre Mitstreiter freuen sich über die Aktion. „Ich weiß nicht, wer es sich ausgedacht hat, für uns war es eine tolle Überraschung“, sagt Gottwald.

 

Bereits einige tausend Euro wurden im Zusammenhang mit der Mutprobe der Rettungskräfte an den Verein gespendet, der Familien mit Kindern mit Brandwunden betreut, aber auch Präventionsarbeit leistet. „Viele drehen ein Video, aber spenden trotzdem“, sagt die Vorsitzende. Nicht nur die Spenden seien ein Grund zur Freude, sondern auch der Nebeneffekt, dass mehr Menschen von der Initiative erfahren würden.

Den Ursprung der Aktion vermutet Michael Bunk, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Pinneberg, bei einem Spiel, dass sich im Winter auf Facebook verbreitete. Dabei nominierten sich junge Menschen gegenseitig, ein Bier in einem Zug zu leeren. „Da finde ich die Cold Water Challenge deutlich besser, als so eine Alkoholverherrlichung. Denn hier werden Gaudi und Spaß mit einem ernsten Hintergrund verbunden“, sagt Bunk.

„In vielen Videos geht es jedoch nicht mehr um Paulinchen, sondern um Grillfeste oder eine Kiste Bier“, so Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband (LFV). Der Verband hatte vergangene Woche gemeinsam mit der Feuerwehr-Unfallkasse darauf aufmerksam gemacht, dass in einigen der Videos deutlich Grenzen überschritten werden. „Wenn Feuerwehrangehörige zu Spaßaktionen mit Sonderrechten ausrücken und sich mit Strahlrohren gegenseitig bespritzen, werden Gefährdungen erzeugt“, heißt es in der Mitteilung des LFV. Kreiswehrführer Bernd Affeldt sagt dazu: „Ich appelliere an die Vernunft der Beteiligten.“ Für das Zeltlager der Jugendwehren am vergangenen Wochenende wurden die Cold Water Challenges untersagt – zu groß sei die Gefahr, dass die Wehren sich gegenseitig überbieten wollten. Dazu hätte sich der Jugendausschuss entschieden, so Affeldt.

Mehr über den Verein erfahren Sie auf www.paulinchen.de

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